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Streit zwischen Parteien : Bäume am Teich: FDP attackiert SPD

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

FDP-Fraktionschef Stefan Kommoß hält der SPD einen schlechten Stil vor. Die CDU verweist auf alternative Standorte für Ersatzbäume der Holsten-Galerie.

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erstellt am 09.Apr.2014 | 05:45 Uhr

Neumünster | Der Streit um die Bäume am Teich geht in die nächste Runde: CDU und FDP kritisierten jetzt die Ankündigung der SPD, das Nein im Bauausschuss zu den Bäumen am Teich juristisch anzufechten. „Die Überprüfung der Entscheidung mag legitim sein. Politisch und von unserem Demokratieverständnis her entspricht das nicht unserem Stil“, geißelte FDP-Fraktionschef Stefan Kommoß.

Sollte die juristische Auffassung der SPD tragen, wäre das allerdings „ein Ding aus dem Tollhaus“, so Kommoß weiter. Die Verwaltung werde sich dann unangenehmen Fragen stellen müssen, warum sie den Ausschuss über die rechtlichen Folgen seiner Entscheidung nicht aufgeklärt habe.

Zum Hintergrund: Als Ausgleich für gefällte Bäume rund um das abgerissene Parkhaus an der Kaiserstraße soll der Erbauer der Holsten-Galerie mindestens 14 größere Bäume im unmittelbaren Umfeld des neuen Einkaufszentrums pflanzen.

Die geplanten Säuleneichen hatte die Stadt mit sechs weiteren Bäumen für die neue Promenadenbepflanzung am Teich vorgesehen. Überraschend hatte der Bauausschuss diesen Vorschlag aber am vergangenen Donnerstag mit sechs zu fünf Stimmen abgelehnt. Die Stadt kann dem Investor aber offenbar keinen Alternativstandort nennen, der dem Bescheid entsprechen würde. Weil die Auflage der Stadt vom Bauherrn ECE damit faktisch gar nicht erfüllt werden könne, will die in der Abstimmung unterlegene SPD jetzt die Abstimmung im Bauausschuss korrigieren lassen (der Courier berichtete).

Bei der CDU sieht man dem Ansinnen der SPD gelassen entgegen. Es stehe jedem Ratsmitglied frei, Entscheidungen städtischer Gremien rechtlich überprüfen zu lassen, sagte deren umweltpolitische Sprecherin, Ratsfrau Helga Bühse: „Wir warten das in Ruhe ab.“

Aus ihrer Sicht gibt es allerdings wenig zu korrigieren. Die Holsten-Galerie könne die Auflagen der Stadt Ersatzbäume zu setzen durchaus an anderer Stelle erfüllen, meint Bühse und verweist dabei etwa auf Rencks Park oder die Karstadt-Seite der Teichuferanlagen. „Historische Aufnahmen belegen, dass in diesen Grünanlagen seit vielen Jahren erhebliche Baumlücken vorhanden sind.“ Auch der zukünftige Parkplatz am Weberhaus könne durch neue Bäume noch aufgewertet werden, schlägt Bühse vor.

Eine Baumreihe am Teich komme für ihre Fraktion derzeit nicht in Frage, stellte Helga Bühse klar: Die CDU habe sich seit 2008 für die freie Sicht auf den Teich stark gemacht, und dafür viel Zuspruch von den Neumünsteranern erfahren. Es gebe keinen Anlass, diese Position jetzt urplötzlich aufzugeben, sagte Bühse.

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