Bärendienst für die Ratsversammlung

jens bluhm2

23-2501581_23-57193236_1387553880.JPG von
09. Dezember 2014, 14:03 Uhr

Nein, das war beileibe keine Sternstunde der Demokratie im Umgang mit ihren Feinden. Um den NPD-Mann im Rat zu schwächen, schickte das Bündnis gegen Rechts dessen Arbeitgeber einen Brief ins Haus mit der kaum verhohlenen Aufforderung, sich doch bitteschön von diesem Arbeitnehmer zu trennen. Was für eine Steilvorlage für alle Neonazis, propagandistisch auf die Pauke zu hauen – und was für ein Bärendienst für die Ratsversammlung! Gab es im – Gott sei Dank – breiten Bündnis gegen rechtsextremen Schwachsinn wirklich niemanden, der warnte, die eigenen, selbstverständlichen Grundsätze zu verlassen? Zu denen gehört etwa die schlichte, aber unumstößliche Formel, dass sich Freiheit und Demokratie nicht mit den Methoden ihrer Gegner verteidigen lassen. Der Rat verzichtete gestern darauf, das öffentlich geradezurücken, um dem NPD-Mann nicht noch zusätzlich eine Plattorm zu bieten. Schadensbegrenzung lautete die Parole. Nur hinter den Kulissen gab es Zähneknirschen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen