zur Navigation springen

Awo baut Pflege um: weniger stationäre Plätze, mehr ambulante

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Neumünsteraner werden älter, und der Bedarf an Pflegeleistungen wird steigen. Aber die Ansprüche an ein Leben im Alter haben sich stark verändert. Die Arbeiterwohlfahrt reagiert darauf und gestaltet ihr „Haus an der Stör“ in den kommenden Jahren um. Der Weg führt weg von stationären Pflegeplätzen zu mehr ambulanten Angeboten.

Franz-Ulrich Löning-Hahn und Uwe Braun von der Awo stellten die Pläne am Mittwoch dem Sozial- und Gesundheitsausschuss vor, der in ihremHaus tagte. Der mehrgeschossige Bau an den Störwiesen 44 ist ein klassisches Pflegeheim aus den 1980er-Jahren. „In so alten Gemäuern ist moderne Pflege nicht ganz leicht“, sagte Löning-Hahn. Die Awo hat deshalb erste Bereiche schon umgebaut.

Vor allem hat sie ihre stationären Pflegeplätze deutlich reduziert. Von einst rund 300 Plätzen in Awo-Heimen sind durch die Aufgabe der Häuser Stormarn und Dithmarschen noch 178 übrig: 72 im 2009 gebauten Servicehaus am Wasserturm sowie 106 im Haus an der Stör; zuvor waren es hier 120. „Und es wird noch weiter reduziert“, machte Braun deutlich, der bei der Awo Schleswig-Holstein den Geschäftsbereich Pflege leitet.

Die abgebauten 14 Pflegeplätze wurden zu Wohnungen umgebaut. „Wohnen mit Sicherheit“ nennt die Awo ihr Angebot. Die Zimmer werden ohne Betreuungsvertrag vermietet, aber dieser Service kann dazu gebucht werden. „Es ist ein Wohnangebot, aber im Gebäude einer Pflegeeinrichtung“, sagte Löning-Hahn.

In einem zweiten Schritt plant die Awo im Haus an der Stör eine Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz. Das Haus soll durch zusätzliche ambulante Angebote als Ort der Pflege, Betreuung und Begegnung etabliert werden. „Wir wollen uns stärker mit Angeboten im Stadtteil vernetzen“, sagte Braun. Ein Problem ist die Lage: Die Altonaer Straße ist eine deutliche Trennlinie und schneidet das Haus an der Stör vom übrigen Wittorf ab. Auch hier zeigt sich der Wandel. Früher wurden Heime „ins Grüne“ an den Stadtrand gebaut, heute eher zentral. Das Haus an der Stör war ein Alten- und Pflegeheim. Heute ist es eine reine Pflegeeinrichtung. Die Anbindung an den Busverkehr ist verloren gegangen.

Die Überlegungen der Awo decken sich mit dem Konzept der Stadt, das auf andere Antworten als die früheren Großeinrichtungen setzt. „Das Projekt der Awo ist mustergültig“, lobte Sozialdezernent Günter Humpe-Waßmuth: „Wir müssen den großen Tanker Altenpflege behutsam auf neuen Kurs bringen.“ Die Stadtteile spielen dabei eine wichtige Rolle. Ältere Menschen wollen heute so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben – und wenn das nicht mehr geht, den Lebensabend in vertrauter Nähe verbringen.

zur Startseite

von
erstellt am 14.Mär.2015 | 12:36 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen