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Fallada-Preis in Neumünster : Autorin Sandra Hoffmann ist Fallada-Preisträgerin

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Jury würdigt die Autorin für ihre autobiografische Familiengeschichte „Paula“.

von
erstellt am 19.Okt.2017 | 20:42 Uhr

Neumünster | Der Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster 2018 geht an die deutsche Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin Sandra Hoffmann. Die Jury traf ihre Entscheidung auf ihrer Sitzung am Mittwoch unter Würdigung von Hoffmanns 2017 erschienenem Prosaband „Paula“ (Hanser Berlin) und begründet dies wie folgt: „Sandra Hoffmanns Buch „Paula“, eine autobiografisch geprägte Familiengeschichte über drei Generationen, ist ein dichter Text von schmerzhafter Intensität. Die Autorin führt uns in einen beengten Kosmos in Oberschwaben, in dem das Schweigen der Großmutter, die ängstlich ein Geheimnis aus ihrer Vergangenheit hütet, regiert.

Mit eindringlichen Bildern beschreibt Hoffmann das ambivalente Verhältnis zwischen Großmutter und Enkelin, das für die Jüngere zu einer Hassliebe wird. Darüber hinaus ist „Paula“ ein berührendes Stück Zeitgeschichte, in dem die Autorin kunstvoll Realität und Fiktion verbindet und behutsam das Porträt einer Frau zeichnet, die sich im Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit gegen immer neue Schicksalsschläge behaupten muss.“

Der Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster wird alle zwei Jahre verliehen, er ist mit 10  000 Euro dotiert und soll am 20. März 2018 im Rahmen einer feierlichen Abendveranstaltung an die 18. Preisträgerin überreicht werden. Mitglieder der Jury waren dieses Mal: Stadtrat Carsten Hillgruber (Vorsitz), Wend Kässens, Dr. Sandra Kerschbaumer, Burkhard Möbius, Dr. Wolfgang Sandfuchs, Frauke Tensfeldt und Franziska Wolffheim.

Sandra Hoffmann wurde 1967 in Laupheim/Württemberg geboren und absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Heimerzieherin, bevor sie an der Universität Tübingen unter anderem Literaturwissenschaft und Mediävistik studierte. Seit 2003 arbeitet sie als freie Schriftstellerin, nachdem 2002 mit der Tagebuch-Erzählung „Schwimmen gegen Blond“ das Debüt erfolgt war. 2004 wurde sie zur Teilnahme am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb nach Klagenfurt eingeladen. Seit 2010 ist sie als Lehrbeauftragte am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und als freie Mitarbeiterin für das Literaturhaus München tätig. Neben einer Reihe von Schriftstellerstipendien erhielt Sandra Hoffmann 2012 den Thaddäus-Troll-Preis.

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