Polizeibericht : Autofahrerin übersah und überhörte Rettungswagen

Völlig demoliert: Nach dem Unfall stand der Rettungswagen gestern noch im Gefahrenabwehrzentrum und wartete auf eine Reparatur.
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Völlig demoliert: Nach dem Unfall stand der Rettungswagen gestern noch im Gefahrenabwehrzentrum und wartete auf eine Reparatur.

Auf der Fahrt zu einem Patienten verunglückte die Besatzung eines Rettungswagens / Trotz eigener Verletzungen versorgten sie erst die beiden Personen aus dem anderen Fahrzeug

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10. Juli 2015, 08:15 Uhr

Neumünster | Sie wollten zu einem bewusstlosen Patienten – dann wurden die Retter selbst verletzt: Auf seiner Einsatzfahrt mit Blaulicht und Martinshorn wurde am Donnerstagabend ein Rettungswagen der Berufsfeuerwehr auf einer Kreuzung an der Altonaer Straße von einer Autofahrerin übersehen. Der Unfall war nicht mehr zu verhindern.

Nach Angaben der Polizei fuhr der Rettungswagen gegen 19.50 Uhr auf der Altonaer Straße Richtung Ortsausgang. Am Steuer saß ein Sanitäter (41), auf dem Beifahrersitz sein Kollege (24). Es musste schnell gehen. Deshalb fuhren die beiden Sanitäter, wie in solchen Fällen üblich und erlaubt, trotz der roten Ampel auf die Kreuzung Altonaer Straße / Krokamp / Wiesenstraße. Die Fahrerin (49) eines Opels, die zu diesem Zeitpunkt aus dem Krokamp kam, überhörte und übersah offenbar den Rettungswagen. Die beiden Fahrzeuge stießen zusammen. Dabei wurden beide Sanitäter sowie die Autofahrerin und ihr jugendlicher Beifahrer (15) leicht verletzt.

Sofort nach der Karambolage rief die Besatzung des betroffenen Rettungswagens in der Leitstelle an und bat um Hilfe für den bewusstlosen Patienten sowie die anderen Unfallopfer vor Ort. Dann versorgten die beiden selbst leicht verletzten Sanitäter erst einmal die Insassen des Opels in ihrem demolierten Rettungswagen. Anschließend kamen alle Unfallbeteiligten vorsorglich ins Friedrich-Ebert-Krankenhaus.

Nach Auskunft von Thomas Hoch, Leiter der Rettungswache der Berufsfeuerwehr, konnten seine beiden verletzten Kollegen das Krankenhaus zwar bereits wieder verlassen, sind aber zurzeit noch nicht wieder dienstfähig.

Beide Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden. Der Sachschaden wird auf rund 30  000 Euro geschätzt.

Ein weiterer schwerer Verkehrsunfall mit vergleichsweise glimpflichem Ausgang ereignete sich wenige Stunden später kurz nach Mitternacht am Ortsausgang von Neumünster.

Laut Polizeisprecher Sönke Hinrichs geriet der Fahrer (18) eines Toyotas gegen 0.05 Uhr im Gadelander Weg, der Verbindung zwischen Husberg und Gadeland, auf seiner Fahrt Richtung Innenstadt zunächst auf die Bankette. Wenig später überschlug sich der Kleinwagen und blieb anschließend auf dem Dach liegen. Der junge Fahrer hatte Glück im Unglück: Er wurde nur leicht verletzt und vorsorglich ins Friedrich-Ebert-Krankenhaus gebracht. Nach ersten Schätzungen beträgt der Sachschaden etwa 1500 Euro. Das Auto musste ebenfalls s abgeschleppt werden musste. Die Unfallursache ist noch unklar.

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