zur Navigation springen

Ausstellung : Authentische Einblicke in die Flüchtlingswelt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

125 Schüler der GS Brachenfeld gestalteten die Wanderausstellung „Respekt“

shz.de von
erstellt am 17.Jun.2016 | 12:00 Uhr

Neumünster | Hastig den Pass ergreifen, Handy und ein paar Habseligkeiten zusammenraffen, im überfüllten Laster eng zusammengequetscht auf die Flucht gehen, vor einem Grenzzaun enden: Die Ausstellung „Respekt“, die gestern in der Gesamtschule Brachenfeld am Pestalozziweg eröffnet wurde, vermittelt eindringlich das Lebensgefühl von Flüchtlingen. 125 Oberstufenschüler haben in acht Wochen über 80 Plakate, interaktive Stationen und Objekte gestaltet. Auslöser war die Unterbringung von Flüchtlingen in der Sporthalle im Sommer 2015.

„Es gab viele Fragen, woher und warum die Flüchtlinge kommen, wie ihre Situation ist, wovor die Deutschen Angst haben – und es gibt keine schnellen und kurzen Antworten. Kennen und Verstehen gibt Sicherheit, das ist das Gegenteil von Angst“, sagte Schulleiterin Silke Rohwer.

Die Schüler haben akribisch und aufwändig authentische Informationen und Anschauungsobjekte zusammengetragen – über Herkunftsländer, das Flüchtlingselend am Mittelmeer, die Fluchtwege, rechtliche Bestimmungen, Willkommenskultur, aber auch den Islam, IS, Dschihad, Pegida und die AfD. Besucher können in die Rolle eines Flüchtlings schlüpfen, erhalten einen Pass, erleben in einem Schlauchboot die Flucht übers Meer, sehen in einem dunklen Lkw-Raum anhand von Fußabdrücken, wie gedrängt die Menschen dort stehen. Geschildert wird die Situation der Menschen in Syrien, Eritrea, Albanien, Afghanistan und im Irak, aber auch in Europa und schließlich in Neumünster. Schüler wie Jonny Urich (17) und Kjell Steinkamp (17) interviewten Flüchtlinge in der Erstaufnahme: „Es hat uns überrascht, dass manche als einzigen Wunsch nannten, hier zu bleiben.“ Die Begegnung mit Flüchtlingen hat sie beeindruckt: „Man nimmt das jetzt viel ernster.“ „Die Schüler haben Großartiges geleistet. Wir wollen informieren, aber auch sensibilisieren und provozieren. Integration kann nur gelingen, wenn man sich kennt“, sagte Projektleiterin Susanna Mausolf.

Gefördert wird die Ausstellung vom Ministerpräsidenten Torsten Albig, vom Jugendverband, von der Stadt und dem Runden Tisch für Toleranz und Demokratie. SPD-Landtagsabgeordnete Kirsten Eickhoff-Weber zeigte sich beeindruckt: „Es ist ein wunderbares Zeichen, das hier von Neumünster ausgeht.“

„Respekt“ kann von der Öffentlichkeit am 9. Juli von 13 bis 15 Uhr besucht werden; Kontakt für die Buchung der Ausstellung per E-Mail: info@igs.neumuenster.de.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen