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„Geschichten der Schuldenkrise“ : Ausstellung: „Es geht um mehr als Griechenland“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Wie geraten Länder in die Schuldenfalle? Und wie kommen sie wieder heraus? Eine Ausstellung in Neumünster erklärt die Schuldenkrise

von
erstellt am 12.Feb.2014 | 08:45 Uhr

Schuldenkrise, Schuldenerlass – da denken viele wohl an Griechenland, Irland oder Spanien. „Aber was die meisten vergessen: Auch Deutschland wurden 1953 Schulden erlassen. Ironie der Geschichte: Zu den damaligen Gläubigern zählten eben die, über deren Schuldenschnitt wir heute diskutieren“, sagt Silke Leng von der Ökumenischen Arbeitsstelle des Ev.-Luth. Kirchenkreises Altholstein. Sie hat in Kooperation mit dem Verein „erlassjahr.de – Entwicklung braucht Entschuldung“ eine Ausstellung zum Thema „Geschichte der Schuldenkrise“ nach Neumünster geholt.

Darin gehe es um „mehr als Griechenland“. 14 Info-Säulen und zwei Video-Filme erklären, wie Länder überhaupt in die Schuldenfalle geraten und wie sie sich wieder befreien können. Weiter geht es um die Rolle des Internationalen Währungsfonds (IWF) und die Frage, in welchem Zusammenhang eine Staatsverschuldung eigentlich mit der Verelendung der Bevölkerung steht.

Es ist ein schwieriges Thema, gibt Organisatorin Silke Leng selbst zu. Die persönliche Betroffenheit sei nicht so offensichtlich wie beispielsweise bei Genmais und der damit verbundenen Entscheidung „Esse ich oder esse ich nicht“. Aber es sei ein sehr wichtiges Thema. Denn: „Dass die weltweite Armut immer noch nicht besiegt ist, liegt nach Expertenmeinung zu großen Teilen an der ungelösten Verschuldungsproblematik“, heißt es in der Ausstellung.

Um das Thema vor allem für Schüler interessant zu gestalten, setzt Leng auf persönliche Geschichten. Sie machen das schwierige Thema greifbarer, weiß die Organisatorin aus eigener Erfahrung. 1997 hörte sie davon, dass Bauern in Tansania ihren Kaffee nicht mehr verkaufen konnten, weil die Weltmarktpreise unter die Produktionskosten gefallen waren. Die Folge: Verschuldung. Seitdem unterstützt sie den Verein. Mit der Ausstellung über die „Geschichten der Schuldenkrise“ hofft sie, dass vor allem junge Leute auf die Problematik der Verschuldung aufmerksam werden.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 20. Februar täglich von 8.30 bis 14.30 Uhr (Boostedter Straße 3). Am 12. und 19. Februar wird jeweils um 19 Uhr ein Vortrag zum Thema gehalten. Der Eintritt ist frei.

 

 

 

 

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