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Weihnachtsmarkt : Aussteller ziehen ein gemischtes Fazit

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Organisatoren und Anbieter äußern sich „zufrieden“ bis „eindeutig positiv“ / Auf dem Gänsemarkt war noch Luft nach oben

shz.de von
erstellt am 23.Dez.2016 | 08:30 Uhr

Neumünster | Das Wetter spielte einigermaßen mit, die Umsätze und Besucherfrequenz stimmen so weit, nur der Schreck über den Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt sitzt noch in den Knochen: Die vorläufige Bilanz der Weihnachtsmarkt-Organisatoren fiel gestern halbwegs positiv aus. „Wir sind relativ zufrieden, weil die Bürger uns weiterhin die Treue halten“, sagt Ludolf Fock, Präsident der Schausteller Schleswig-Holstein.

Hauptgesprächsstoff bleibt in diesen Tagen trotzdem der Terror in Berlin. Fock: „Viele unserer Kollegen stehen dort. Die Schwiegertochter eines Freundes stand in der Bude, die der Lkw rammte. Sie war gerade raus, um sich einen Müllbeutel vom Nachbar zu leihen. Da sind die nachdenklichen Momente, Berlin ist ganz nah, auch wenn wir als Schausteller für weihnachtliche Stimmung sorgen wollen.“

Für Weihnachtsdorf-Organisator Ingo Kluge fällt die Bilanz „eindeutig positiv“ aus. Das Konzept des Hüttendorfes habe sich auch nach neun Jahren bewährt. „Ein deutliches Signal ist, dass alle Mieter nächstes Jahr dabei sind“, sagt Kluge, der die „gute Stube“ mit Getränken und Sitzmöglichkeiten betreibt. Das Wetter sei genau passend gewesen: „Schnee sieht schön romantisch aus, aber auf den Holzhackschnitzeln wird es dann glatt.“ Er hat beobachtet: „Tagsüber sind die Leute in relativ hohem Tempo unterwegs. Wenn wir gegen 15.30 Uhr das Lagerfeuer anfachen, führt das bei vielen Menschen dazu, dass sie innehalten, sich stoppen, sich Ruhe und Zeit nehmen.“

So ging es gestern auch Gretchen Bahr (77) aus Timmaspe, die mit ihrer Tochter Birgit und Enkel Tom (5) im Weihnachtsdorf am Feuerkorb saß. „Wir sind zum zweiten Mal hier, es gibt was Süßes und was Herzhaftes“, sagt Gretchen Bahr. „Hier ist es besinnlich und leise, die Beschallung beim Karussell auf dem Großflecken muss sein, aber hier ist es schöner“, betont ihre Tochter.

Gibt es etwas zu verbessern auf dem Großflecken? „Wir hatten mehrere Weihnachtsmänner und einen Stelzenläufer als Beiprogramm, das kann noch mehr werden“, sagt Fock. Auch mit den Kabelbrücken soll etwas geschehen; die waren von Rollator- und Rollstuhlfahrern thematisiert worden. Fock hofft auf die Großflecken-Umgestaltung und auf so genannte Aco-Rinnen, in denen Strom- und Wasserleitungen verschwinden würden. „Damit wären alle Veranstaltungen auf dem Großflecken barrierefrei“, so Fock.

Premiere hatten die Buden auf dem Gänsemarkt vor der Holsten-Galerie, die ebenfalls von Ingo Kluge organisiert wurden. Hier fällt die Bilanz gemischt aus. Nadine Schwerin, Juniorchefin des Schwenkgrill-Teams Peter Schneider: „Fürs erste Mal war das zufriedenstellend, aber hier gibt’s viel Laufkundschaft. Wenn’s kalt ist, wollen die Leute nur rein ins Warme.“ Verkäuferin Petra Preuß von Heinz Rühmann sagte: „Hier ist nichts los, die Leute laufen vorbei, nur Stammkunden kaufen, und es gibt noch nicht mal Musik. Das ist ein Zusatzgeschäft.“

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