Konzert : Außergewöhnliche Musik jenseits der großen Konzertsäle

Vor der Kirche: Thomas Dahl, Kirchenmusikdirektor der Hamburger Hauptkirche St. Petri (links) ,und Initiator der Großenasper Orgelkonzerte, Ernst-Ulrich von Kameke, freuten sich über das gelungene Konzert.
Vor der Kirche: Thomas Dahl, Kirchenmusikdirektor der Hamburger Hauptkirche St. Petri (links) ,und Initiator der Großenasper Orgelkonzerte, Ernst-Ulrich von Kameke, freuten sich über das gelungene Konzert.

Thomas Dahl spiele beim achten Orgelzyklus in Großenaspe vor 100 Zuhörern.

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31. März 2014, 17:00 Uhr

Grossenaspe | „Hier erklingen Dinge, die Sie sonst nirgends zu hören bekommen“, begrüßte Professor Ernst-Ulrich von Kameke die 100 Besucher, die am Sonnabendnachmittag trotz frühlingshafter Temperaturen in die Katharinenkirche gekommen waren, um einem Orgelkonzert mit Thomas Dahl zu lauschen. Im Rahmen des achten Orgelzyklus in Großenaspe war der Kirchenmusikdirektor der Hamburger Hauptkirche St. Petri in den Norden gekommen, um Werke von Bach, Reger und sogar eines vom Initiator der Großenasper Orgelkonzerte, dem 88-jährigen Ernst-Ulrich von Kameke, zu spielen.

Los ging es mit einem Spätwerks Bachs. Bei „Präludium und Fuge e-moll BWV 548“ bewies der sympathische Hamburger sein außerordentliches Können an der Orgel. Beeindruckend gelangen ihm die Wechsel von der vollen Registratur hin zu den leisen Tönen des Stückes, gekonnt arbeitete er die Modernität des Themas heraus. Der Klang schneller Läufe erfüllte den gesamten Kirchenraum, die Fingerfertigkeit des Organisten war für das Publikum auf der großen Leinwand neben dem Altar zu bewundern.

Die „Fußarbeit“ Dahls wurde zwar nicht auf die Leinwand übertragen, seine großen Fertigkeiten an der Orgel bewies der Musiker jedoch mit dem fehlerfreien Spiel der äußerst schwierigen Pedalstimme im Bachschen Meisterwerk. Bereits nach dem ersten Stück war klar: Es braucht keine berühmten Konzertsäle in großen Metropolen, um außergewöhnliche Musik genießen zu können.

Was es braucht, sind große Musiker und viel Engagement von Seiten der Initiatoren. Letzteres beweist seit nunmehr acht Jahren Ernst-Ulrich von Kameke.

Am Sonnabend trat er sogar als Komponist in Erscheinung. In seinem 1973 entstandenen Werk „Rascacielos“ (Wolkenkratzer) verarbeitete der emeritierte Musikprofessor Eindrücke einer Südamerika-Reise. Thomas Dahl wechselte an die elektronische Orgel, um dem Zeitgeist und der Experimentierfreude des Stückes gerecht zu werden. „Für mich war das Stück eine große Herausforderung“, bekannte der Organist. „Aber ich habe sie gerne angenommen, auch, um ein Stück Rio nach Großenaspe zu bringen“ schloss Dahl mit einem Augenzwinkern.

Das letzte Konzert aus dem achten Orgelzyklus in Großenaspe findet am 12. April statt. Kirchenmusikdirektor Hans Gebhard aus Kiel spielt dann Werke von Bach und Liszt.

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