zur Navigation springen

Fußball-Kreisliga : Außenseiter proben den Aufstand

vom

Mehrere abstiegsbedrohte Mannschaften landen überraschende Punktgewinne. Bokhorst gewinnt beim Spitzenreiter.

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 08:05 Uhr

Neumünster | Wer bei den Nachholspielen der Fußball-Kreisliga Wetten auf die Underdogs abgeschlossen hätte, der hätte unheimlich gute Verdienstchancen gehabt. So ist wohl einzig der 3:1-Erfolg des aktuell immens starken und nun auf Rang 6 gekletterten TSV Gadeland II gegen den PSV II als Favoritensieg zu bezeichnen. Insbesondere das klare 6:0 des FC Torpedo gegen den SV Boostedt, das 3:1 des Tabellenvorletzten Gut Heil gegen den Dritten SV Tungendorf und die zweite Saisonniederlage von Spitzenreiter Olympia (0:1 gegen den SV Bokhorst) fallen dagegen in die Kategorie "große Überraschung". Den vielleicht letzten Strohhalm ergriff derweil das Schlusslicht Türkspor mit einem 4:1 über den SV Wasbek.

FC Torpedo - SV Boostedt 6:0 (2:0)FC Torpedo Neumünster: Rasch - Harder, Juckel, Hein, Eggers (49. Willers), F. Knoche, Grümmer, Matthis (47. Hartmann), Gülbay, Borgert, Gläske (67. Berisha).

SV Boostedt: Köhler - Fanasch (46. Wehde), Apler, Kluge (46. Kröger), Junkuhn, Eckhardt, Schröder, Krämer, Böge (61. Kersten), Lienhöft, Schramm.

SR: Uzun (Türkspor). - Zuschauer: 50. - Tore: 1:0 Grümmer (8.), 2:0 Gläske (16.), 3:0, 4:0 Grümmer (61., 71.), 5:0 Borgert (74.), 6:0 Gülbay (81.).

Dass es für Torpedo solch einen Tor reigen geben würde, war zunächst nicht zu erahnen. Nach zwei schönen Treffern, einem Fallrückzieher des zukünftigen Gadelanders Jan-Henrik Grümmer (8.) und nach einem Solo von Yannik Gläske (16.), lagen die "Taubenträger" aber mit 2:0 vorne, ehe Boostedt rund um die Halbzeitpause he rum mehrere Gelegenheiten zum Anschlusstor ausließ. "Nach dem 3:0 war der Drops gelutscht, und wir haben den Gegner an die Wand gespielt", berichtete Torpedo-Trainer Thomas Michalowski.

TSV Gadeland II - PSV II 3:1 (2:1)Gadeland II: Behrendt - Braasch, Törper, Schulz, Hinrichsen, Dose (70. Knust), D. Koch, Fanasch, Kullick (87. Schildt), Begas (74. Lemke), Zibell.

Polizei-SV Union II: T. Valentin - Mohr, Reichow (84. Schröder), F. Schenzer, Arpe, Zielinski, Rantzsch, Adrian, E. Mercan, Nützel, Attard.

SR: Gries (Aukrug). - Zuschauer: 50. - Tore: 1:0 Begas (11.), 1:1 Arpe (29.), 2:1 Begas (38.), 3:1 Fanasch (80., Handelfmeter).

Die PSV-Reserve, die erneut mit einer Rumpftruppe antrat, verkaufte sich laut Gadelands Trainer Björn Sehm sehr gut. Doch sein Team verstand es in den ersten Minuten, den "Ordnungshütern" den Schneid abzukaufen. Gadeland II ging durch Pascal Begas verdient in Führung (11.), wurde anschließend aber ein wenig leichtsinnig. Das bestrafte Heiko Arpe mit dem 1:1 (29.), doch die "Kleeblätter" gaben mit dem 2:1 wiederum durch Begas (38.) die passende Antwort. Im zweiten Durchgang verdienten sich die Gastgeber den Erfolg mit zahlreichen herausgespielten Chancen, die jedoch zumeist von PSV-Torwart Tim Valentin "in Weltklassemanier vereitelt wurden - vor allem wenn man bedenkt, dass er eigentlich Feldspieler ist und mit einer Oberschenkelzerrung gespielt hat", lobte Sehm den Aushilfskeeper.

MTSV Olympia - Bokhorst 0:1 (0:0)MTSV Olympia: Wendt - Weidemann, Jablonski, S. Reichow, Idrizi, (56. M. Reichow), Maliszewski (56. Alioua), Muhs, Schneewolf (70. Ahlert), Khomkhonsu, Barck, Ocak.

SV Bokhorst: Waldeck - Quatfasel, Röpke, Hamann, Si. Fuhrmann (32. Schliebitz), Reese (90. Stange), Steinkamp, Möbius (46. L. Ingwersen), Arndt, Blöcker, Sharma.

SR: Brandt (Wasbek). - Zuschauer: 20. - Tor: 0:1 Arndt (47.). - Gelb-Rote Karte: Wendt (Olympia/nach Spielende, Unsportlichkeit).

Als "effektiv und erfolgreich" bezeichnete Obmann Andreas Delfs den Auftritt seines SV Bokhorst beim Ligaprimus am Forstweg. Und das tat er auch mit Fug und Recht, denn "wir haben nur zwei Mal wirklich gefährlich aufs gegnerische Tor geschossen" (O-Ton Delfs). Nach einer recht ausgeglichenen ersten Halbzeit und dem frühen Auswärtstor nach dem Wiederanpfiff durch Thies Arndt (47.) drängte Olympia gehörig auf den Ausgleich. Die Gäste hätten sich nicht über das eine oder andere Gegentor beschweren dürfen - brauchten sie aber auch nicht, da der beste Angriff der Liga erst zum zweiten Mal in dieser Saison ohne Torerfolg blieb.

VfR II - TSV Aukrug 0:1 (0:1)VfR Neumünster II: Rushiti (46. Wöbcke) - Burhan Gülbay, Beckmann, Peetz (46. Feldmeyer), Akcicek, Burak Gülbay, Kilic (46. Lemke), Ionas, Tufina, Amoako, Berger.

TSV Aukrug: Brüggen - T. Witt (90. Erfurt), Schlichting, Michalke, Stolley (70. Ralfs), S. Althaus (59. Hoffmann), Bringmann, Braun, F. Witt, Baltruschat, Rickert.

SR: Ehlers (Boostedt). - Zuschauer: 25. - Tor: 0:1 T. Witt (45./+1).

"Ich bin zu 95 Prozent zufrieden. Wir haben gut gekämpft und waren spielerisch überlegen", sagte VfR II-Trainer Matthias Hansen trotz der 0:1-Niederlage gegen den abstiegsbedrohten TSV Aukrug. Die restlichen fünf Prozent dürften die Chancenverwertung sein. "Von den Möglichkeiten her hätten wir locker mit 5:1 gewinnen müssen. Es war unglaublich, was Tobias Brüggen alles weggefischt hat", hob Hansen den Aukruger Schlussmann hervor.

SC Gut Heil - Tungendorf 3:1 (1:1)SC Gut Heil: Reimer - G. Xhemajli, Matthes (90. Tosyali), Grund, Hagemann, Rüschmann (31. Saliuki), Brettschneider (68. A. Xhemajli), Hansen, Hyseni, Beha, Babiak.

SVT: Hassoun - Kollecker, Beck, Arendt (57. Loose), Karagül, A. Stölting, Feigel (57. Möller), C. Stölting, Sarau, F. Nupnau, Künstler.

SR: Kupka (Bokhorst). - Zuschauer: 30. - Tore: 0:1 Künstler (22., Foulelfmeter), 1:1 Babiak (35.), 2:1 Hansen (52.), 3:1 Babiak (54.). - Gelb-Rote Karte: Hansen (Gut Heil/90.+2, Unsportlichkeit). - Bes. Vork.: Künstler (SVT) schießt Foulelfmeter über das Tor (90./+2).

"Das ist mit Sicherheit ein eher schmeichelhafter Sieg. Aber wir haben gut verteidigt und anders als bei der 1:2-Pleite gegen Husberg am vergangenen Sonnabend eine tolle kämpferische Leistung gezeigt", resümierte GHN-Obmann Dennis Keyser nach dem Erfolg gegen den Tabellendritten. Ein Glücksfall war für die Schillerstraßen-Elf der Doppelschlag zum 2:1 durch Nico Hansen (52.) und 3:1 durch Patryk Babiak (54.), dem sich ein Sturmlauf der läuferisch und spielerisch ohnehin deutlich besseren Tungendorfer anschloss. Doch die Einschussmöglichkeiten des SVT waren kaum hochkarätig und blieben ohne Erfolg.

TS Einfeld II - Ruthenberg 2:3 (1:3)TS Einfeld II: S. Neelsen - Harder (61. Reinecke), Tomaschewski, Appel, D. Tegge, Hnida, Jörs, Hoeck, L. Neelsen, Ekman (82. Raschdorf), Huss.

Ruthenberger SV: Denis - Kunkel, Beisel, Neinstell, Schramm (82. N. Koch), Soybahceci (49. Wilm), Maier, Brunst, Rall, Pfeifer (78. J. Koch), Heine.

SR: Sternberg (Wasbek). - Zuschauer: 20. - Tore: 1:0 Huss (2.), 1:1 Rall (17., Handelfmeter), 1:2 Soybahceci (19.), 1:3 Rall (20.), 2:3 Hoeck (64.).

Nach der frühen Führung durch Marco Huss (2.) verlor Einfeld II gehörig den Faden und befand sich beim Ruthenberger Dreifachschlag zum 1:3 (17./19./20.) in einer Schockstarre, ehe es im Rest der ersten 45 Minuten ausgeglichener zuging. In der zweiten Halbzeit bot sich dann ein anderes Bild. "Da haben wir nur in Richtung gegnerisches Tor gespielt, hatten aber nicht den Papst in der Tasche. Wir haben gegen konditionell abbauende Ruthenberger auf jeden Fall Punkte liegen gelassen", befand TSE II-Coach "Hansi" Neelsen, der in der 65. Minute ein elfmeterreifes Foul von RSV-Keeper Waldemar Denis an Björn Hoeck ausgemacht haben wollte, das jedoch ungeahndet blieb.

Türkspor - SV Wasbek 4:1 (3:1)Türkspor: Ceylan (48. Cakar) - Yagmur, En. Simsek (50. Yurtseven), Omar, Gökcen, G. Aktas, Inci, Tas, Akyel, K. Aktas, Beder (73. Kan).

SV Wasbek: Behmerburg - Dahmke, Philipp, Blunk, Bülck, Rüdiger, Martin Slotosz (50. Bara), Marcus Slotosz, Döring (55. Krawtzow), Jace, Schmuck.

SR: Sander (Padenstedt). - Zuschauer: 80. - Tore: 1:0 G. Aktas (6.), 2:0 En. Simsek (9.), 3:0 Tas (35.), 3:1 Martin Slotosz (45.), 4:1 Yagmur (85.).

"Wir haben uns vor dem Spiel gesagt, dass wir nichts mehr zu verlieren haben, und deshalb von Beginn an einfach nur Gas geben wollen", erklärte Türkspor-Trainer Cetin Bay die Vorsätze des Schlusslichts. Und tatsächlich machten die "Halbmondträger" enormen Druck und nutzten - zumindest in den ersten 45 Minuten - zur Abwechslung auch mal ihre Torchancen. Der SV Wasbek hatte den Rot-Weißen kaum etwas entgegenzusetzen und hätte laut Bay "durchaus höher verlieren können".

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen