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Holsteinischer Courier

24. August 2017 | 01:43 Uhr

Ausschuss stoppt Supermarkt in Gadeland

vom

Ausschuss war einstimmig gegen den Markt

Neumünster | Ein kurzes Kopfschütteln und Schulterzucken, mehr Emotionen zeigte Gerd Grümmer nach außen nicht. Doch innerlich brodelte es gewaltig bei dem Unternehmer. Nur wenige Augenblicke zuvor hatte der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss am Donnerstagabend um kurz vor 22 Uhr seine Pläne für einen Edeka-Markt zwischen Segeberger Straße und Krogredder gestoppt. Einstimmig fiel das Votum des von Thomas Krampfer (Grüne) eingebrachten Antrags aus. "Ich bin fassungslos. Darüber muss ich erst ein paar Nächte schlafen", war auch gestern der einzige Kommentar von Grümmer. Zur Erinnerung: Dieser Ausschuss war im Dezember noch einstimmig für den Markt.

Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras hatte vor der Abstimmung den Ausschuss-Mitgliedern unter dem neuen Vorsitz von Axel Westphal (SPD) eindringlich ins Gewissen geredet: "Sie müssen eine schwierige Abwägung zwischen den Belangen der Nahversorgung in Gadeland und der Rettung eines Waldes treffen." Der Verwaltungschef zählte noch einmal die Punkte für und gegen den Markt auf. Er hob dabei besonders die Entscheidung der unteren Forstbehörde hervor. Das Amt hatte in seiner Stellungnahme zum Bauleitverfahren das Nahversorgungszentrum mit 2900 Quadratmetern Verkaufsfläche abgelehnt. Begründung: Der Schutz des Waldes habe Priorität (der Courier berichtete).

Das war auch das Hauptargument der Bürgerinitiative (BI), die sich im März gegen die Pläne stellte und Unterschriften für den Erhalt des Forstes sammelte. "Wir sind sehr glücklich und zufrieden über die Entscheidung", erklärte gestern Günter Muskat von der BI. Noch bis in die Nacht hinein hätten die Mitglieder der Bewegung am Donnerstag in dem Wald bei Kerzenschein gefeiert. Außerdem sollen noch ein Baum gepflanzt und eine kleine Dankesfeier für die Unterstützer organisiert werden.

Doch nach wie vor gehört das rund 12 000 Quadratmeter große Gelände zwischen der Gadelander Mühle und dem Krogredder dem Kaufmann Gerd Grümmer. Er hatte die Flächen gekauft, als der Wunsch nach einem neuen Supermarkt von Politik und Verwaltung an ihn herangetragen wurde. Nach eigener Aussage hat er auch bereits eine Genehmigung für den Bau von Wohnhäusern auf einem Teilstück. "Sollte das Einkaufszentrum abgelehnt werden, baue ich dort eben Häuser", hatte er erst vor kurzem gegenüber dem Courier geäußert. Verwaltungschef Tauras wollte gestern nicht ausschließen, dass die Stadt zumindest einen Teil des Geländes von Grümmer kauft. "Wir müssen das in Ruhe prüfen", sagte Tauras.

Ganz vom Tisch ist das Thema Einkaufen in Gadeland mit dem Beschluss allerdings noch nicht. Der Ausschuss stimmte nämlich auch einem Antrag von Helga Bühse (CDU) zu, der die Verwaltung auffordert, anderweitige Grundstücke für Supermärkte zu ermitteln und Gespräche mit den Eigentümern zu führen. Das werde allerdings keine leichte Aufgabe, gab Tauras gestern zu bedenken. "Es ist ungewiss, ob das klappt. Ich hoffe, dass Gerd Grümmer wieder mit ins Boot kommt."

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erstellt am 17.Aug.2013 | 07:26 Uhr

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