Baustelle Rathausturm : Aus zehn Wochen wurden zehn Monate

Lars Thullesen (von links) packte den Courier-Bericht vom 4. Dezember in die Kupferschachtel, Stadtsprecher Stephan Beitz steuerte einen aktuellen Courier und einen Satz Euro-Münzen bei, Stadtpräsident Friedrich-Wilhelm Strohdiek einen Sanierungsbericht.
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Lars Thullesen (von links) packte den Courier-Bericht vom 4. Dezember in die Kupferschachtel, Stadtsprecher Stephan Beitz steuerte einen aktuellen Courier und einen Satz Euro-Münzen bei, Stadtpräsident Friedrich-Wilhelm Strohdiek einen Sanierungsbericht.

Rathausturmsanierung ist fast abgeschlossen. Gerüst soll in der kommenden Woche abgebaut werden. In die Zeitkapsel kam auch ein Courier

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13. Dezember 2014, 05:00 Uhr

Neumünster | An der Spitze des Rathaustürmchens muss noch ein wenig Hand angelegt werden, doch das Ende der Arbeiten ist abzusehen. „Mit der Turmspitze und der Kupfereindeckung ist die Sanierung abgeschlossen“, sagte Berthold Heitker von der Hochbauabteilung der Stadt. Gestern wurde die historische Zeitkapsel , die die Dachdecker in der Turmspitze fanden, um aktuelle Dokumente ergänzt und wieder eingesetzt. Wenn das Wetter, vor allem Wind und Regen, keinen Strich durch die Rechnung machen, soll die Spitze Anfang der Woche wieder montiert werden. Am kommenden Donnerstag könnte dann – so der Plan – damit begonnen werden, das Gerüst abzubauen.

Anfang März war es aufgebaut worden, doch aus den zunächst kalkulierten zehn Wochen für die Sanierungsarbeiten wurden schließlich etwa zehn Monate. Wegen eines Statikerstreits um die Standsicherheit der komplizierten Gerüstkonstruktion stockten die Arbeiten mehrere Monate lang (der Courier berichtete). Im Oktober fanden die Handwerker dann noch Reste der ursprünglichen Kupfereindeckung. Durch den Entschluss, diese wieder herzustellen, musste das Gerüst noch einmal erhöht werden.

Gestern legten Stadtpräsident Friedrich-Wilhelm Strohdiek und Stadtsprecher Stephan Beitz zu einem von Strohdiek und von OB Dr. Olaf Tauras signierten Sanierungsbericht mit den Namen der am Bau beteiligten Handwerksfirmen noch weitere aktuelle Dokumente zu den alten Unterlagen in die Zeitkapsel. Zum Courier aus der Bauzeit von 1898/99 gesellte sich so ein aktueller Courier, ein Satz Euro- und Cent-Münzen und ein USB-Stick mit Fotos und Bauzeichnungen für die Nachwelt. Ob unsere Nachfahren in Jahrzehnten noch mit der PC-Technik von heute klarkommen, steht auf einem anderen Blatt.

Auch die Kosten der aufwendigen Sanierung des Rathausturmes stehen noch nicht fest. Ursprünglich waren sie auf rund 40  000 Euro veranschlagt – allerdings ohne die Aufwendungen für das Baugerüst. Und natürlich kosten die Arbeiten zur Wiederherstellung der originalen Kupfereindeckung extra. „Das ist schwer zu kalkulieren, da steckt viel Handwerksarbeit drin“, so Berthold Heitker.

Courier-Kommentar: Wer zahlt die Rechnung?

Keine Frage, die Sanierung des Ratshausturms war nach 114 Jahren fällig.  Dass es wegen der Wiederherstellung der ursprünglichen Kupferdeckung  länger dauerte und auch teurer wird, war so nicht vorherzusehen. Das kann bei alten Baudenkmälern  passieren. Peinlich und noch aufzuarbeiten ist hingegen der Statikerstreit, der den Bau monatelang lahm legte. Bleibt zu hoffen, dass die Rechnung dafür nicht noch der Stadt präsentiert wird.

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