Schliessung : Aus für Karstadt in Neumünster: Stadt bietet Hilfe an

Neumünsters OB kann sich einen Kauf des Karstadt-Hauses nicht vorstellen. Eine Arbeitsgruppe in der Verwaltung beschäftigt sich nun mit dem Aus.

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23. Mai 2015, 07:00 Uhr

Neumünster | Neumünsters Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras hat in der Stadtverwaltung eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich mit den Folgen der angekündigten Karstadt-Schließung beschäftigt. Es soll auch darum gehen, den Mitarbeitern, die per Juni 2016 ihren Arbeitsplatz verlieren, eine gewisse Hilfestellung zu leisten. Darum ist darin neben der Stadtplanung und anderen Fachdiensten auch die Arbeitsagentur vertreten. Der Arbeitskreis hat sich bereits vor wenigen Tagen getroffen.

„In dieser Woche hatte ich auch einen Termin mit der Betriebsratsvorsitzenden von Karstadt Neumünster, Barbara May. Und im Juni kommt ein Vertreter der Karstadt-Geschäftsführung aus Essen zu einem Gespräch nach Neumünster“, sagte Tauras zum Courier.

Wichtig ist der Stadt natürlich auch, was nach dem 30. Juni 2016 mit dem Karstadt-Haus passiert. „Da bieten wir dem Vertreter des Eigentümers jede Hilfestellung an. Wir sind weiter in Gesprächen mit ihm“, sagte Tauras. Eine Hamburger Immobiliengesellschaft spricht im Auftrag des Eigentümers. Die Immobilie gehört nach unbestätigten Informationen des Couriers einem in den Niederlanden angesiedelten Immobilienfonds.

Tauras machte am Freitag aber auch deutlich, dass die Einflussmöglichkeiten der Stadt begrenzt sind. Der Eigentümer könne vermieten oder verkaufen, an wen er wolle – im Rahmen der Möglichkeiten, die der Bebauungsplan an dieser Stelle hergibt. Außer einer neuen Einzelhandelsnutzung wären dort beispielsweise Hotellerie und Gastronomie zulässig oder auch der Bau eines Parkplatzes nach Abriss des Hauses. „Wichtig ist, dass es dort möglichst schnell eine weitere sinnvolle Nutzung gibt, Arbeitsplätze entstehen und kein langer Leerstand besteht“, sagte Tauras. Er kann sich aber nicht vorstellen, dass die Stadt notfalls einspringt und das Gebäude kauft, um besseren Einfluss nehmen zu können, was in dieser zentralen Innenstadtlage passiert.

Der OB reagierte auch auf die Vorwürfe, die in der Aktuellen Stunde der Ratsversammlung am Dienstag von Ratsherren des BFB und der SPD erhoben wurden. „Das waren haltlose Unterstellungen. Ich habe nicht vorher von der geplanten Schließung gewusst. Aber ich war schon längere Zeit in Gesprächen mit dem Vertreter des Eigentümers. Es war ja seit Jahren bekannt, dass der Karstadt-Konzern seine Probleme hat“, so Tauras.

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