Aus einer Schale Reis in Tungendorf wurde viel Reis im Senegal

 Sie hoffen auf eine Gemeindepartnerschaft (von links): Iris  und Hans-Christian Hübscher von der Luther-Gemeinde und ihre Besucher Feliune  und Pastor Malick Fall. Foto: Pechbrenner
Sie hoffen auf eine Gemeindepartnerschaft (von links): Iris und Hans-Christian Hübscher von der Luther-Gemeinde und ihre Besucher Feliune und Pastor Malick Fall. Foto: Pechbrenner

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29. August 2012, 03:59 Uhr

Neumünster | Ein Drittel der Weltbevölkerung hat täglich nicht mehr zu essen als eine kleine Schale Reis. Daran angelehnt hat die Luther-Kirchengemeinde im Frühjahr die Aktion "Eine Schale Reis" ins Leben gerufen.

Im März haben zehn Gemeindemitglieder eine Woche lang jeden Tag nur 100 Gramm Reis gegessen - und dabei 450 Euro an Lebensmitteln gespart, die als Spende an die Gemeinde Yoonu Njub in den Senegal gingen. In dieser Woche sind Pastor Malick Fall und seine Frau Feliune zu Gast in Tungendorf und berichten, was aus der Spende geworden ist.

Der Kontakt kam bereits Ende 2009 zustande, als ein senegalesisches Luther-Gemeindemitglied Hilfe benötigte. Um besser helfen zu können, wollten Pastor Hans-Christian Hübscher und seine Frau Iris mehr über die kulturellen Zusammenhänge in diesem Land erfahren, erzählten sie. 95 Prozent aller Senegalesen sind Muslime, nur vier Prozent Christen. "Über die Deutsche Missionsgemeinschaft haben wir Feliune Fall kennengelernt", erzählt Hübscher.

Auf einigen Reisen entwickelte sich eine Freundschaft, die nun zu einer Gemeindepartnerschaft ausgebaut werden soll. "Wir befinden uns noch in Gesprächen dazu", sagt Pastor Hübscher.

Die evangelische Gemeinde von Pastor Fall in der 200 000-Einwohnerstadt Saint Louis zählt nicht mehr als 40 Mitglieder. Trotzdem leistet die Yoonu-Njub-Gemeinde mit mehreren sozialen Projekten viel. Sie betreut unter anderem zwei kleine Kliniken, Privatschulen sowie die Schüler zweier Koranschulen. Außerdem haben sie eine Ausbildungsstätte für junge Mädchen ins Leben gerufen.

Von dem Geld aus der Aktion "Eine Schale Reis" hat Feliune Fall ihrerseits Reis gekauft. Den konnte sie ein Drittel unter dem Normalpreis an ihre Gemeindemitglieder weiterverkaufen, erzählt sie. Zehn Familien haben nun drei Monate jeden Tag eine warme Mahlzeit.

Die Hübschers berichteten auch von ihren Erfahrungen der Reiswoche. Beide sehen sie als einschneidende Erfahrung an. "Es stimmt, Hunger tut weh", sagt Iris Hübscher und spricht von Kopfschmerzen und Wadenkrämpfen. "Für mich war es eine der elementarsten Erfahrungen", sagt Pastor Hübscher.

Am Sonntag, 2. September, wird Pastor Fall um 10 Uhr den Gottesdienst in der Lutherkirche auf Französisch halten. Ein Dolmetscher ist vor Ort.

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