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Böcklersiedlung : Aus der alten Kirche wird ein Archiv

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ab Juni lagern in der Kapelle der Bugenhagengemeinde uralte Dokumente des Kirchenkreises Altholstein. Die älteste Schrift ist 416 Jahre alt.

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erstellt am 11.Apr.2014 | 16:00 Uhr

Neumünster | Einige Schriften des Kirchenkreises Altholstein sind über 400 Jahre alt. Dank ihnen ist noch heute bekannt, wie 1598 das Kirchengeld von den Bürgern im Kirchspiel Neumünster eingezogen wurde und wer 1679 in der Stadt getauft wurde. Für diese Geschichtsstücke wurde lange ein sicherer Aufbewahrungsort gesucht, jetzt ist er gefunden: Aus der Kapelle der Bugenhagengemeinde wird ab Juni das zentrale Archiv des Kirchenkreises Altholstein.

Auf 335 Quadratmetern sollen nicht nur historische Dokumente aus Neumünster, sondern aus 53 Kirchengemeinden von Kiel bis Henstedt-Ulzburg gelagert werden. „Viele Gemeinden haben keine geeigneten Lagermöglichkeiten für historische Dokumente. Wir bieten ihnen an, die Schriften zu uns zu bringen“, sagt Sybille Kaak, Leiterin des Kirchenarchivs. Außerdem werden Am Kantplatz 7 die Archivalien zusammengeführt, die bisher Am Alten Kirchhof und in Kiel lagerten.

Die zentrale Lage Neumünsters gab den Ausschlag bei der Standortentscheidung. Aber auch der Charme der Idee eine ehemalige Kirche als Archiv zu nutzen, gefiel Propst Stefan Block: „Von außen sieht es noch immer aus wie eine Kirche, innen lagert bald Kirchliches.“

Für 300 000 Euro hat Vermieter Rainer Stüben das Gebäude umbauen lassen. Davon trägt der Kirchenkreis 110 000 Euro. Die beiden größten Posten sind die Klimatechnik und die sogenannte Verfahranlage. In diesen platzsparendenden Regalen auf Schienen finden sowohl historische Kirchenbücher Raum als auch alte Baupläne oder Urkunden. Mehr als 1500 laufende Meter stehen so zur Verfügung, genügend Platz für die nächsten 30 Jahre, schätzt Ralf Stolte, Leiter der Kirchenkreisverwaltung.

Eine hochmoderne Klimaanlage hält die Raumtemperatur auf 18 Grad Celsius. „Egal ob heißer Sommer oder kalter Winter: Um mehr als plus/minus zwei Grad darf die Temperatur nicht abweichen“, erklärt Sybille Kaak. Auch die Luftfeuchtigkeit pendelt sich dank aufwendiger Technik bei um die 50 Prozent ein. So haben Schimmelpilze erst gar keine Chance.

An drei Arbeitsplätzen können Interessierte mit vorheriger Anmeldung Einsicht in die historischen Dokumente nehmen. Die meisten Gäste betreiben Ahnenforschung für private Zwecke, manchmal kommen auch Wissenschaftler vorbei. Kaak selbst forscht auch in alten Büchern. Ihr bisher kuriosester Auftrag: Ein Brasilianer wollte die deutsche Staatsbürgerschaft bekommen und suchte Beweise für seine deutschen Vorfahren. Sybille Kaak hat sie gefunden.

 

 

 

 

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