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Aukruger siegten mit „Elch tot“ landesweit

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Jagdhornbläser waren erstmals bei einem Wettbewerb erfolgreich

Mit dem Landesmeistertitel in der Königsklasse der Jagdhornbläser ist der Bläsergruppe des Hegerings Aukrug ein echter Überraschungserfolg geglückt. Die vom Altersdurchschnitt her jüngste Formation der hochkarätig besetzten Konkurrenz holte sich beim Landesbläserwettbewerb Schleswig-Holstein in Wilster ihren ersten Titel. Damit haben sich die Aukruger für die Bundesmeisterschaft 2017 im Jagdschloss Kranichstein qualifiziert. Gelegenheit, die frischgebackenen Landesmeister mit viel Applaus zu feiern, bietet das Spargelfest in Bünzen jetzt am Sonntag, wo die Bläsergruppe zwischen 11.30 Uhr und 12.30 Uhr auftreten wird.

„Dass wir Landesmeister geworden sind, damit haben wir echt nicht gerechnet“, meint Jannes Rohwer (17). Weil die seit ihrer Gründung im Jahre 2000 an Leistungsvergleichen teilnehmenden Jagdhornbläser aus Aukrug noch nie einen Titel gewinnen konnten, war ihr Triumph beim Landesbläserwettbewerb in Fachkreisen überraschend. Was den Erfolg noch weitaus bemerkenswerter macht, ist die Tatsache, dass beim siegreichen Auftritt der Gruppe ein halbes Dutzend Teenager mitgewirkt haben, die erst vor zwei Jahren mit dem Jagdhornblasen angefangen haben. Um die Instrumente perfekt zu beherrschen, braucht es eigentlich viel mehr Übungszeit. „So etwa nach fünf Jahren ist man erst richtig sicher“, weiß Aukrugs Hegering-Obmann für die Jagdhornbläser, Henning Rohwer. „Wenn man neu beginnt, ist das erste halbe Jahr reine Fleißarbeit.“

Die Begeisterung fürs Jagdhornblasen ist generationsübergreifend. „Ich bin nun seit zweieinhalb Jahren dabei, die Gemeinschaft hier ist ganz toll, und darum ich habe nicht die Absicht, jemals wieder damit aufzuhören“, sagt der 17-jährige Jannes Rohwer. „Wer einmal von dem Jagdhorn-Virus infiziert ist, der bleibt dabei“, steht für Henning Rohwer fest, der diesen „Virus“ schon 39 Jahre mit sich herumschleppt. Gemeindevertreter Rohwer hatte schon in nicht mehr aktiven Bläserformationen in Aukrug (1978-1983) und Wasbek (1977-2000) mitgespielt, ehe er 2000 die neue Jagdhornbläsergruppe des Hegerings Aukrug gründete. „Wir haben damals mit 15 Bläsern angefangen“, erzählt Henning Rohwer, für den das Bewahren der jagdlichen Tradition ein ganz wesentlicher Antriebsgrund ist. „Wir haben immer schon in der Königsklasse G für gemischte Hörnergruppen gespielt, waren bei den Wettbewerben auch mal Letzte, wurden dann ein bisschen besser und haben uns insbesondere in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich steigern können.“ „Gemischt“ ist die Gruppe, weil sowohl die kleinen Fürst-Pless-Hörner als auch die großen Parforce-Hörner zum Klang der Formation beitragen.

Die Mitglieder kommen überwiegend aus Aukrug, aber auch aus Timmaspe, Hohenwestedt, Nortorf und Bokel. Beim Landesbläserwettbewerb mussten die Aukruger fünf Kostproben ihres Könnens abgeben: drei vorab vorgegebene Signale („Elch tot“, „Das hohe Wecken“, „Das Ganze / Treiben zurück“), ein Wahlpflichtstück (die „Ehrenfanfare“) und eine frei wählbare Kürvorführung („Schützenmarsch“). „Es ist uns geglückt, alle Signale auf den Punkt genau vorzutragen“, sagt Rohwer. Was die fachkundige Jury genauso sah. Die Aukruger sammelten 958 von 975 möglichen Wertungspunkte.

Wer der Vater dieses überraschenden Erfolgs ist, steht für Sieglinde Harbeck eindeutig fest: „Wenn unsere Gruppe nicht so einen hervorragenden Trainer hätte, gäbe es sie schon lange nicht mehr – Henning Rohwer hat das richtige Feeling, um uns auf fröhliche Weise zusammenzuhalten.“

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erstellt am 02.Jun.2016 | 20:07 Uhr

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