zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

16. Dezember 2017 | 22:16 Uhr

Missbrauch : Aukrug war einer der Tatorte

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Stiefvater steht wegen Missbrauchs vor Gericht

Aukrug | Über zwei Jahre währte das Martyrium der 15-jährigen Schülerin, die unter anderem in Aukrug wohnte. Der mutmaßliche Täter ist ihr Stiefvater. Er muss sich seit gestern vor dem Itzehoer Landgericht verantworten.

Die Schilderungen der Taten waren für die Zuhörer nur schwer zu ertragen. Immer wieder zieht die Familie um. Itzehoe, Lägerdorf, Gokels, Aukrug, Hennstedt, und nochmals Lägerdorf wurden laut Anklage zu Tatorten. Alle Familienmitglieder mussten nachts nackt auf einem Matratzenlager schlafen, hieß es. Während die Mutter (35) daneben lag, machte sich der Angeklagte über ihre Tochter her, so der Vorwurf. Die Mutter soll weggesehen haben.

Drei Kinder brachte die 35-Jährige mit, zwei weitere bekam sie mit dem Angeklagten. Während die Mutter mit ihrer Schwiegermutter putzen ging oder in der Pflege tätig war, soll sich Zuhause der Angeklagte über die Tochter und wohl auch über ihre jüngere Schwester hergemacht haben.

Was die 15-Jährige gestern vor Gericht schilderte, klang unfassbar: ,,In Lägerdorf war es immer nur abends, in Aukrug morgens und abends“, begann sie ihre Aussage. ,,Jeden Abend musste ich mich unter die Dusche stellen und auswaschen, damit ich sauber für ihn bin“, sagte das Mädchen.

Dann kam Richter Eberhard Hülsing zur Vernehmung des Bruders des Angeklagten. Der 24-Jährige lebte von März 2010 bis Januar 2014 bei der Großfamilie. Mit dem Bruder des Angeklagten hatte das junge Mädchen eine Beziehung, weshalb der Richter ihn vorab noch belehrte: ,,Ihre Sache lassen wir draußen vor, dafür haben wir ein extra Strafverfahren.“

Der 24-Jährige bestätigte die groteske Schlafsituation und die besagten Taten. Von ihm wurde das Mädchen schwanger, sein Bruder soll den Embryo im Mutterleib getötet haben. Allein gelassen musste das Mädchen in ihrem Kinderzimmer entbinden. Der tote Embryo soll in eine Kühltasche gepackt worden sein.

,,Schluss war, als ich zur Polizei gegangen bin“, berichtete das Opfer. Richter Hülsing fragte nach der letzten Tat. ,,Am Abend bevor ich zur Polizei gegangen bin“, antwortete die 15-Jährige. Das war im Januar 2014.

Der Prozess wird am 2.Oktober fortgesetzt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert