zur Navigation springen

„Das Lächeln der Frauen“ : Aufführung kam nicht in Schwung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

500 Besucher sahen „Das Lächeln der Frauen“ im Theater der Stadthalle. Das Zwei-Personen-Stück hielt sich konsequent im Mittelmaß.

Neumünster | Das Tournee-Theater Thespiskarren aus Hannover gab am Sonntagabend vor fast ausverkauftem Hause im Theater in der Stadthalle die Komödie „Das Lächeln der Frauen“. Leider kam die Aufführung vor 500 Besuchern nicht in Schwung.

Der Inhalt ist schnell erzählt: Die Pariser Restaurantbesitzerin Aurélie Bredin (Julia Stinshoff) fühlt sich durch ein Buch in ihrem Liebeskummer getröstet und will unbedingt den britischen Autor Robert Miller kennenlernen. Sie wendet sich an den französischen Verlag. Was der Zuschauer im Gegensatz zu ihr schon recht früh erfährt: Robert Miller gibt es nicht, hinter dem Pseudonym verbirgt sich der Lektor André Chabanais (Hubertus Grimm). Der rutscht fortan von einer Klemme in die nächste, denn das Buch entpuppt sich als Erfolg, Interviews müssen gegeben und Lesungen abgehalten werden. Dummerweise hat sich der junge Mann unsterblich in Aurélie verliebt, wagt sich aus dem Versteckspiel aber erst nach zwei sehr langen Stunden heraus.

Das Zwei-Personen-Stück spielt zwar im aufregenden sechsten Arrondissement von Paris, ihm fehlt aber leider der komödiantische Verve. Die Handlung schleppt sich dahin, Szenen werden übermäßig lang gedehnt, selten peppt eine überraschende Wendung den vorhersehbaren Verlauf auf. Der weiblichen Hauptfigur mangelt es an einem Konzept, wohlwollend mag man ihr Beharrlichkeit zugestehen.

Möglicherweise daher fiel auch das Spiel von Julia Stinshoff recht blass aus. Hubertus Grimm hat sich dagegen warm gespielt und konnte seine kurz vor der Pause gefundene Form bis zum Ende halten. „Die Schauspieler geben sich Mühe“, lautete der höfliche Kommentar einer Besucherin des Theaters. Dabei ist das Drumherum des Stücks spannend: Als Buch war „Das Lächeln der Frauen“ ein Bestseller, wie Medien berichten, wurde es von der Verlegerin Daniela Thiele unter dem Pseudonym Nicolas Barreau geschrieben.

Aber auch mit diesem Wissen, dass in dem Theaterstück die Produktionsbedingungen von Geschichten aufgenommen werden, vermag das Stück nicht zu rühren. Es hielt sich konsequent im Mittelmaß und so fiel auch der Applaus aus.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen