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Holsteinischer Courier

17. Dezember 2017 | 11:50 Uhr

Ortstermin : Auf Streife mit dem Ordnungsdienst

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Courier heftete sich für 90 Minuten an die Fersen von Heiko Büttner, Philip Preinfalck und Michael Wolf vom Kommunalen Ordnungsdienst

von
erstellt am 08.Apr.2016 | 08:15 Uhr

Neumünster | Mit den weithin sichtbaren weißen Uniformmützen war Neumünsters Kommunaler Ordnungsdienst (KOD) sogar schneller als die Polizei. Auch sonst gleicht sich das Uniform-Blau von Polizei und Ordnungshüter der Stadt auffällig – und das ganz bewusst. Die Ordnungshüter sollen präsent und für den Bürger gut erkennbar sein. „Es geht auch um das subjektive Sicherheitsgefühl“, sagt der KOD-Leiter Michael Wolf. Der Courier begleitete Wolf und die beiden Außendienstler Philip Preinfalck und Heiko Büttner gestern bei ihrer Streife durch die Innenstadt.

Startpunkt ist die Turbine-Skulptur am Klatsch-Palais. Schon nach zwei Minuten gibt es den ersten „Fall“. Ein Frau mit Kleinkind hastet zurück zu ihrem Auto mit Hamburger Kennzeichen. Sie steht vor der Alten Post-Passage auf einem Behindertenparkplatz – und kommt mit einer Ermahnung davon. Ebenso der Lieferwagenfahrer („Ich bin gleich weg“), der zum Entladen am Kuhberg-Karree auf dem Schutzstreifen für Radler hält. Wolf: „Man versucht den goldenen Mittelweg und muss nicht immer gleich alles gnadenlos anzeigen.“

Die Überwachung des ruhenden Verkehrs gehört nicht zu den originären Aufgaben des KOD, wird aber auch erledigt. So gibt es gleich mehrere Knöllchen für Falschparker in der Straße Am Alten Kirchhof. Erfasst und fotografiert werden die Parksünder per Handy, auch ein kleiner mobiler Drucker gehört zur Ausrüstung. Handschuhe, eine starke Taschenlampe und ein Multifunktionswerkzeug – das war es auch schon.

„Der wichtigste Ausrüstungsgegenstand ist der Verstand“, sagt Michael Wolf. Alle KOD-Mitarbeiter sind gut ausgebildet und in Deeskalation geschult. Und sie sind unbewaffnet. „Wir sind keine schwarzen Sheriffs, dürfen als Hilfsbeamte der Polizei aber den fließenden Verkehr anhalten und etwa Parkberechtigungen kontrollieren“, sagte Wolf. Bei Großveranstaltungen wie der Holstenköste kommen als zusätzliche Aufgaben auch Jugendschutzkontrollen hinzu. Dann sind die Ordnungshüter zur Eigensicherung auch mit Stichschutzwesten und Funkgeräten ausgestattet.

Im normalen Streifendienst tat es gestern auch das Mobiltelefon. So konnte ein Anruf beim TBZ klären, ob die beiden Waschmaschinen an der Kieler Straße ordnungsgemäß als Sperrmüll angemeldet sind. Ergebnis: Die Geräte müssen vom Bürgersteig aufs Grundstück zurück und dürfen erst am Vorabend der Abholung an die Straße gestellt werden. An der Christianstraße lässt sich der Verursacher eines wilden Sperrmüllhaufen ermitteln, aber nicht greifen. Er ist fortgezogen.

Bei allen Amtshandlungen bleiben die Ordnungshüter freundlich, aber bestimmt. Und sie bekommen viel Aufmunterung. „Unsere Erfahrungen sind positiv, die Bürger bedanken sich bei uns“, sagt Heiko Büttner. Und dann fällt wieder der geschulte Blick auf eine abgelaufene Tüv-Plakette. „Da leuchtet das gelb“, sagt Büttner. Seit Dezember ist die Plakette abgelaufen. Bei einem Anhänger an der Gutenbergstraße werden zudem kaputte Blinker und fehlende Reflektoren moniert. Die Beobachtung wird an die Zulassungsstelle weiter geleitet.  

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