Boostedt : Auf einer Hochzeit hat es gefunkt

Franz und Wilma Becker  sind heute genau 60 Jahre verheiratet und leben beinahe so lange in ihrem Haus in Boostedt.
Franz und Wilma Becker sind heute genau 60 Jahre verheiratet und leben beinahe so lange in ihrem Haus in Boostedt.

Wilma (83) und Franz Becker (84) aus Boostedt feiern heute ihre diamantene Hochzeit.

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09. August 2018, 08:30 Uhr

Boostedt | Sie haben alles im Leben gemeinsam gemeistert. Das können die Boostedter Wilma (83) und Franz Becker (84)  aus vollem Herzen von sich sagen. Das Paar hat heute vor 60 Jahren geheiratet und feiert die diamantene Hochzeit.

Gefunkt hat es bei den beiden auf einer Hochzeit. Wilma Becker stammt aus Nortorf und ging mit 16 Jahren – wie es früher üblich war – in Stellung. Sie kam nach Großenaspe und arbeitete im Haushalt bei Familie Pohlmann. Im Dorf hat sie dann 1951 bei einer Hochzeit geholfen; Bräutigam war der Bruder von Franz Becker. So lernte sich das Paar kennen und ließ sich nicht mehr aus den Augen.

Franz Becker stammt aus Ostpreußen und lebt seit 1947 in Boostedt. Nach Großenaspe zu seiner Wilma war es nicht weit. „Montags sind wir mal ins Kino gegangen. Das war in Timms Gasthof“, erzählt Wilma Becker. „Und dort gab es auch Tanz. Gespielt hat die Feuerwehrkapelle“, ergänzt ihr Mann. Geheiratet hat das Paar sieben Jahre später. Die kirchliche Trauung fand am 9. August 1958 in der Nortorfer St.-Martin-Kirche statt. Gefeiert wurde im Elternhaus von Wilma Becker in Nortorf mit etwa 25 Gästen.

9. August 1958: Die Beckers werden in Nortorf getraut.
9. August 1958: Die Beckers werden in Nortorf getraut.
 

Zunächst haben die Beckers in den Baracken beim Munitionslager zwischen Boostedt und Freiweide gewohnt, denn Franz Becker war über 37 Jahre Kraftfahrer für das Munitionslager. Wilma Becker hat unter anderem bei Teldec und den Brückner-Werken in Nortorf gearbeitet. 1958 hat das Paar dann sein Haus am Steenknüll in Boostedt auf einem 1000-Quadratmeter-Grundstück gebaut, später angebaut und immer alles in Schuss gehalten. „Ich brauchte keine Handwerker“, berichtet Franz Becker und lächelt. Ob Schränke, Türen, Zäune oder schmiedeeiserne Kunst am Haus: Franz Becker hat immer selbst Hand angelegt. Viel Herzblut liegt in dem Anwesen auch, weil es ein echtes Familienhaus ist. Seine Eltern haben hier mitgewohnt, zeitweise auch eine seiner Schwestern, und heute leben Sohn Thorsten mit Ehefrau Angelika und Enkel Ronny im oberen Stockwerk. Der 18-jährige Enkel ist der Stolz der Großeltern. Sie sind glücklich, dass sie Schulzeit, Ausbildung, Volljährigkeit von Ronny erleben.

Haus und Hof halten das Ehepaar auf Trab. Hühner und Enten gibt es nicht mehr, aber Erdbeeren, Bohnen und Kartoffeln werden noch selbst angebaut. Dafür sorgt Wilma Becker. In ihrem Wochenplan fehlen darf auf keinen Fall das Kaffeetrinken mit einer Nachbarin. Und für Leben im Haus sorgt außerdem der achtjährige Westhighlandterrier Lexy.

Für ihre Beziehung über 67 Jahre, davon 60 Jahre als Ehepaar, haben die Beckers ein Rezept: „Wir sind nicht gleich auseinandergelaufen, wenn mal was war.“ Heute soll gefeiert werden. Schwiegertochter, Sohn und Enkel haben alles organisiert. Wilma Becker lächelt und sagt: „Wir werden überrascht. Mehr kann ich nicht sagen.“

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