Latendorf : Auf einem Rad über Stock und Stein

Gleich geht es los! Gespannt warten die Sportler auf das Einrad-Rennen durch den Wald.
Gleich geht es los! Gespannt warten die Sportler auf das Einrad-Rennen durch den Wald.

65 Sportler kamen zu den achten Einrad-Waldmeisterschaft in den Segeberger Forst.

shz.de von
02. Juli 2018, 10:00 Uhr

Latendorf | Auf einem Einrad zu fahren, erfordert schon Geschick, aber einen holprigen Waldweg auf einem Rad freihändig ohne Lenker zu bewältigen, ist eine besondere Herausforderung. Keine Angst vor Rutschpartien hatten am Sonnabendmittag 65 Sportler bei der achten Einrad-Waldmeisterschaft im Segeberger Forst zwischen Latendorf und Heidmühlen.

Es staubte ganz schön, als die Radfahrer nach dem Anpfiff auf einem Sandweg am Waldrand auf ihre Einräder zustürmten, sich hinauf balancierten und dann mit Tempo in die Pedalen traten. „Es ist eine Durchhalteprüfung und geht darum, eine drei Kilometer lange Runde in zwei Stunden möglichst häufig zu schaffen“, erklärte Veranstalter Andreas Kiep. Verbissener Siegeswillen war dabei nicht gefragt, vielmehr ging es um den Spaß am Sport und an der Gemeinschaft, erklärte der Latendorfer weiter: „Weil es immer im Kreis geht, sausen die Schnelleren nicht an der Spitze davon. So entwickelt sich ein Wir-Gefühl.“

Die Monocyclisten kamen aus Schleswig-Holstein und Hamburg zu dem besonderen Ereignis, von dem der Ex-Einradfahrer Andreas Kiep glaubt, dass es einzigartig in Deutschland ist. „Wir hatten auch schon Gäste aus der Schweiz, die haben im Auto übernachtet“, sagte er. So eine weite Anreise hatte Anna-Lena Keil zwar nicht, die Achtjährige war aber als Berlinerin diejenige mit der längsten Anfahrt und zugleich auch die jüngste Teilnehmerin. „In Berlin haben wir so etwas nicht“, erklärte die Mutter. Die Glückstädterin Anja Schöttke war mit 58 Jahren die älteste Teilnehmerin, die sich mit Helm, Hand-und Knieschützern auf ihr profilverstärktes Rad schwang. Über die Waldstrecke meinte sie: „Die ist ganz anders als in der Halle. Hier geht es bergauf und bergab, es gibt Schotter, Teer, Waldboden, Sand und Wiese, das ist was Besonderes.“

Um die Sportler bei der Hitze zu stärken, standen am Startpunkt Helfer, die Wasserbecher und Bananenstücke reichten. Absteigen ist zwischendurch erlaubt, manchmal geht es auch gar nicht anders, wie Andreas Kiep schilderte: „An einer Stelle ist ein Baum umgestürzt, da muss man drüber steigen oder sich etwas einfallen lassen.“ Am häufigsten bewältigte in diesem Jahr Markus Jansky die Strecke, er schaffte 13 Runden.

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