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Holsteinischer Courier

22. September 2017 | 04:46 Uhr

Holstenköste : Auf der Suche nach Schätzen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Um 4 Uhr begann gestern der Aufbau des Kösten-Flohmarkts / Viele, aber nicht alle Händler lobten das Flair

shz.de von
erstellt am 12.Jun.2017 | 10:00 Uhr

Neumünster | Die gute Nachricht vorab: Der Holstenkösten-Flohmarkt erfreute sich auch in diesem Jahr wieder großer Beliebtheit. Und da er landesweit zu den wenigen Märkten gehört, der für Anbieter kostenlos ist, drängten die ersten Verkäufer auch gestern bereits gegen 4 Uhr in die Innenstadt, um ihre Autos zu entladen und die Stände aufzubauen.

„Dabei kommt es traditionell zu lautstarken Debatten um die besten Plätze. Glücklicherweise beruhigen sich die Leute schnell wieder. In diesem Jahr musste der Ordnungsdienst einschreiten. Spätestens, wenn die ersten Besucher kommen, sind die Streitigkeiten aber wieder vergessen“, sagte Stadtsprecher Stephan Beitz.

Sonja Vollmer hat von Streitereien nichts bemerkt, im Gegenteil. „Die Leute sind superentspannt“, sagte die Neumünsteranerin. Die Saxofonistin hatte sich am Sonnabend nach ihrem Auftritt mit der Band Beat Shock spontan entschieden, ihren alten Sachen ein neues Zuhause anzubieten. „Das Wetter versprach gut zu werden, und so habe ich nachts Kisten gepackt und mich wieder Richtung Lütjenstraße auf den Weg gemacht“, erzählte die Musikerin. Schlaf fiel halt aus. „Das ist nicht schlimm“, sagte Vollmer. Sie hatte einen tollen, schattigen Platz unter der großen Kastanie gefunden und morgens mit ihren Nachbarverkäufern gemeinsam gefrühstückt. Die entspannte Stimmung setzte sich tagsüber fort. „Ich erlebe hier nur nette Menschen, die auf der Suche nach Schätzen sind“, sagte sie.

Der kleine Noah hatte seine Schätze bereits gefunden. Stolz hielt der Zweijährige zwei Matchbox-Autos in der Hand. „Wir schlendern gerne über den Holstenkösten-Flohmarkt“, erzählten seine Eltern Benjamin (39) und Betty Ewert (33). Sie seien nie auf der Suche nach etwas Bestimmtem, sondern ließen sich vom Angebot überraschen. Am Sonntag hatten es Betty Ewert zwei kleine Bilderrahmen angetan.

Für Abbas Sharif aus Kiel ist dieses Kaufverhalten schwierig. Der gebürtige Perser hatte Antiquitäten aus seiner Heimat im Angebot. „Ich habe das Flohmarkt-Publikum falsch eingeschätzt. Hier ist kaum jemand bereit, mehr als 20 Euro zu zahlen“, sagte er. Das nächste Mal werde er seine Ware wieder auf den Holstenhallen-Flohmärkten anbieten. Dort habe er gute Erfahrungen gemacht, sagte Abbas Sharif.

Gil dos Reis (36) und seine Freundin Justine Drobe (25) hingegen lobten den Flohmarkt. Die beiden Ratzeburger präsentierten ihre selbstgefertigten Holzkerzenständer und Second-Hand-Artikel bereits zum dritten Mal auf der Köste. „Das Ambiente ist schön, und Handeln ist hier noch menschlich. Auf dem Kösten-Flohmarkt versucht niemand, die Preise ins Bodenlose zu drücken“, sagte er.

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