Gadeland : Auf der Suche nach anderen Standorten

Für den Erhalt des Waldes kämpfen (von links) Alex Göhler, Andreas Lohse, Günter Muskat, Michael Wilkens und Ewald Steenblock  von der Bürgerinitiative in Gadeland.   Foto: Vaquette
Für den Erhalt des Waldes kämpfen (von links) Alex Göhler, Andreas Lohse, Günter Muskat, Michael Wilkens und Ewald Steenblock von der Bürgerinitiative in Gadeland. Foto: Vaquette

Bürgerinitiative lehnt Gerd Grümmers Pläne für ein Einkaufszentrum ab.

shz.de von
21. Mai 2013, 06:36 Uhr

Neumünster | Die Bürger initiative gegen das geplante Einkaufszentrum in Gadeland (BI) bleibt aktiv. Nach der jüngsten Stadtteilbeiratssitzung (der Courier berichtete) hat der harte Kern der Initiative Gespräche mit den Parteien geführt, alternative Standorte gesucht und ein Faltblatt entworfen.

Gleich nach der Kommunalwahl will die BI eine 13-seitige Eingabe mit Hunderten von Unterschriften bei der Stadt einreichen. Darin sind die Argumente aufgelistet gegen das Nahversorgungszentrum, das der Geschäftsmann Gerd Grümmer in einer Größe von 2900 Quadratmetern plant.

"Wir sind nicht generell gegen eine weitere Einkaufsmöglichkeit in Gadeland. Aber wir wollen eine nachhaltige, intelligente Lösung. Aus unserer Sicht reicht ein Markt in der Größe von 1000 bis 1200 Quadratmetern, zumal Famila sich vergrößern und einen Lieferservice anbieten will", sagt Michael Wilkens von der BI.

Die Argumente sind bekannt: Das ein Hektar große Waldstück sei ein wertvolles Biotop. "Dort leben 27 Vogelarten. Die Breitschwanz- und die Zwergfledermaus sind dort heimisch und auch die Waldohreule, das sind streng geschützte Arten", so Günter Muskat von der BI. Außerdem: Bei bis zu 3800 Fahrzeugen täglich befürchtet die Initiative Gefahren für die Kita-Kinder am Krogredder und für die Schüler der Grund- und Hauptschule Gadeland.

Die Initiative führte Gespräche mit der SPD, der CDU und dem Bündnis für Bürger (BFB). Die Resonanz kam kurz vor Pfingsten. Der SPD-Ortsverein Gadeland lehnt den Bau des Einkaufszentrums ab: "Es geht hier um die Vermeidung eines rigiden Eingriffs in ein ökologisch wertvolles Waldgrundstück, aber auch um den Wohnwert." Nahversorgung müsse dort angesiedelt werden, wo insbesondere ältere Menschen die Möglichkeit zum Einkauf hätten.

Die BI hat mittlerweile sieben mögliche Standorte für einen kleineren Markt ausgeschaut. Die Initiative hat auch Kontakt zum Lebensmittel-Unternehmen Coop aufgenommen. "Ein Sky-Markt ähnlich wie an der Wasbeker Straße mit etwa 1200 Quadratmetern könnte passen", so die BI-Mitglieder.

Für die CDU stellt die Größe der angedachten Verkaufsfläche ebenfalls ein Problem dar. Auch das BFB unterstützt die Bürgerinitiative, ist gegen die Abholzung und verweist auf die Erweiterung von Famila.

Die Bürgerinitiative macht zugleich ein überraschendes Angebot. "Mitglieder der Initiative wären bereit, Gerd Grümmer das Waldstück abzukaufen", erklärt Göhler.

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