Auf der Hochebene fanden wir Moltebeeren

dsc_1722

von
28. Juni 2018, 14:51 Uhr

Anfang der 1970er-Jahre war es ein Urlaub in einer nördlichen Region von Norwegen und für uns Neuland. Unser Tagesziel war das Fjell, eine etwas höher gelegene, morastartige Hochebene. Es war August, und es leuchtete in gelborangenen Farben. Bereits am Wegesrand standen einige Autos, und Leute mit Eimerchen sammelten etwa brombeergroße, leuchtende Früchte. Neugierig geworden, sammelten wir auch diese hübschen Beeren – etwas mühselig in dem morastartigen Untergrund. Ein herrlicher Duft umwehte uns, und bald war unser Eimerchen gefüllt. In Deutschland ist diese Frucht unbekannt, es sind Moltebeeren.

Aber was macht man mit diesen Beeren? Norwegisch konnten wir damals noch nicht, und mit Englisch kamen wir in dieser einsamen Gegend auch nicht weiter. Dann fiel mir die Apotheke im nächsten Ort ein. Nichts wie hin am nächsten Morgen mit ein paar Früchten.

Dann vollzog sich eine lustige Verständigung. Zuerst zeigten sie uns ein Marmeladenglas mit Konfitüre davon. Da in Skandinavien viel mit einem Litermaß gemessen wird, kam dieses in Aktion. Zweimal ein Maß mit Beeren und dazu eine Tüte Zucker. So einfach ging das also. Marmelade oder Gelee zubereiten und bis zur gewünschten Festigkeit kochen. Beliebt ist diese Köstlichkeit zu Festtagen über Reispudding. Heute sind diese Beeren selten geworden und stehen teilweise unter Naturschutz, auch findet die Pflanze Verwendung in der Medizin. In Finnland macht man einen Likör „Laaker“ daraus. Er schmeckt himmlisch und ist auf der Kieler Woche zu haben.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen