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Tuch + Technik : Auf den Spuren von Großvaters Fotos

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Tochter und der Enkel des Courier-Fotografen Walter Erben besuchten die Ausstellung „Stars in der Stadt“ im Museum Tuch +Technik.

shz.de von
erstellt am 19.Sep.2014 | 17:00 Uhr

Neumünster | Das hätte dem Courierfotografen Walter Erben sicherlich gefallen: Eine eigene Ausstellung in seiner Heimatstadt Neumünster, und dann kommt auch noch die Familie zu Besuch: Erstmals seit Eröffnung der Schau „Stars in der Stadt – Künstlerporträts fotografiert von Walter Erben“ im Museum Tuch + Technik besuchten jetzt die Nachkommen des passionierten Fotografen die Ausstellung. Sozusagen „in Familie“ verschafften sich Daniel Erben (31) und seine Mutter Franziska (59) gemeinsam mit deren Lebensgefährten Dieter Corinth (65) einen Eindruck vom Werk des Vaters und Großvaters.

Die Aufnahmen übten auf die Betrachter dabei unterschiedliche Reaktionen aus. So freute sich die ältere Generation erinnernd an den Bildern der Stars von gestern. „Mit dem Corso-Lichtspieltheater verbinden sich für uns viele Erlebnisse. Das war halt unsere Jugend“, erzählte Dieter Corinth, der seit 1993 den väterlichen Part in der Familie übernahm.

Das Leuchten in den Augen von Franziska Erben ließ die Freude an den Fotos und dem gemeinsamen Ausflug erkennen. Leider jedoch hat sich das Sprachzentrum der in früheren Zeiten begeisterten Chorsängerin nach einem Schlaganfall im Jahr 2001 nicht wieder erholt, sodass viele Geschichten heute nicht mehr erzählt werden können.

So waren der Courier-Fotograf Walter Erben († 1988) und seine Frau Frieda, genannt „Lütti“ (89) in ihren Temperamenten wohl eher ein ungleiches Paar. Doch beide verfügten über künstlerische Talente, die ihnen öffentliche Anerkennung einbrachten – und die sich nun, die Töchter Franziska (59) und Fanny (†) überspringend, in der Enkelgeneration wiederfinden.

Walter Erben, der ab 1948 als Fotograf arbeitete, war zuvor auch ein bekannter Unterhaltungsmusiker. Seine „Lütti“ hingegen stellte erfolgreich ihre Ölgemälde aus und spielte noch bis vor wenigen Jahren hervorragend Heimorgel. „Körperlich ist Oma noch fit, aber leider hat ihr Augenlicht stark nachgelassen“, erklärte dazu Daniel Erben, der ebenfalls Klavier und Keyboard spielt.

Daniel Erben, der altersbedingt beim Rundgang lediglich Götz George in der Reihe der Stars erkannte, beschäftigte deshalb mehr der Aufbau der großväterlichen Arbeiten. „Wenn ich seine Bilder sehe, ist es wie eine Zeitreise. Früher war zum Beispiel das Badezimmer auch das Fotolabor und damit eine verbotene Zone“, erinnerte er sich lächelnd.

Daniel Erben, obwohl mit einer Rot-Grünschwäche gehandicapt, hat eindeutig den guten Blick vom Großvater geerbt. Sein Talent zeigte sich dabei schon in frühester Jugend. „Als ich ungefähr fünf Jahre alt war, habe ich mein erstes Bild von Oma und Opa gemacht. Und das ist technisch schon gut gelungen“, verriet der hauptberuflich als Lagerist tätige Hobbyfotograf schmunzelnd.

Heute beschäftigt sich Erben mit eigenen Fotoprojekten, darunter die Dokumentation der ECE-Baustelle (der Courier berichtete). Ob es dazu einmal eine neue „Erben-Ausstellung“ geben wird, ließ er offen, denn schließlich gelte es ja, einem großen Vorbild nachzueifern, sagte der Enkel bescheiden.

Die Ausstellung „Stars in der Stadt – Künstlerporträts fotografiert von Walter Erben“ ist im Museum Tuch + Technik noch bis zum 28. September zu sehen.


 

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