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Holsteinischer Courier

23. Oktober 2017 | 12:10 Uhr

Grossenaspe : Auf den Schleichwegen wird gerast

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Großenasper sind in Sorge: Ein Hund wurde schon angefahren. Wegen der Straßenbauarbeiten suchen die Autofahrer Abkürzungen

shz.de von
erstellt am 27.Nov.2015 | 19:28 Uhr

Grossenaspe | In der vergangenen Woche wurde der Hund der Großenasper Familie Laudenbach beim morgendlichen Spaziergang entlang der Straße Am Klint angefahren und schwer verletzt. Doch der Fahrer fuhr mit überhöhter Geschwindigkeit einfach weiter. „Seit die Bimöhler Straße wegen der Sanierungsarbeiten gesperrt ist, ist hier die Hölle los“, sagt Anwohnerin Juliane Laudenbach.

„Mein Mann trug eine Warnweste und das Halsband von Kalle leuchtet ebenfalls“, erzählt Juliane Laudenbach immer noch geschockt. Der Raser hätte auch ihre zwölfjährige Tochter erwischen können, die oft mit dem Hund unterwegs ist. Die Autofahrer, die sich auskennen, nehmen die Strecke über den Sandweg, um sich die weiträumige Umleitung zu sparen. Doch der Sandweg ist so kaputt, dass sie nur Schritt fahren können. Und hier bei uns geben sie dann richtig Gas, um die verlorene Zeit aufzuholen“, mutmaßt die Anliegerin.

„Sonst fahren hier am Tag nur einige wenige Autos durch. Und die Straße ist schon ewig als 30er-Zone ausgewiesen. Aber das schert die Autofahrer nicht. Die rasen hier mit 50, 60 Sachen durch. Dabei wohnen hier bestimmt 20 Kinder“, schimpft Laudenbachs Nachbar Andrew Pfennig. Und auch Katrin Gniot, die ebenfalls in der Nachbarschaft wohnt, musste sich beim Walking schon einmal mit einem Sprung von der Straße retten. „Gefährlich ist es aber auch, weil wir mit unseren Schleppern auf der Straße rangieren müssen. Und wenn die Autos so angerauscht kommen, kann auf der schmalen Straße keiner ausweichen“, erklärt Claudia Kahl, deren Hof direkt an der neuerdings beliebten Abkürzung liegt.

Wenn der Sandweg gesperrt werden würde, würde das hier vor Ort schon helfen, waren sich die Anlieger einig. Aber auch die anderen Straßen, wie zum Beispiel der Scheeperredder, sei betroffen. Das sind auch 30er-Zonen, in denen sonst wenig Verkehr ist, und auch dort würde 50 Kilometer und schneller gefahren. „Gerade die Kinder sind diesen vielen Verkehr nicht gewohnt. Deshalb möchten wir noch einmal ganz deutlich an die Vernunft der Fahrer appellieren. Sonst ist es wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis etwas Schlimmeres als das mit Kalle passiert“ erklärt Juliane Laudenbach.

Bürgermeister Torsten Klinger (CDU) erklärte zu der Verkehrssituation auf Anfrage, dass die Gemeinde eine Sperrung des Sandwegs bereits vorbereite. Bestätigt wurde dies auch vom Vorsitzenden des Planungs- und Maßnahmenausschusses Bernd Konrad (CDU). „Wir gucken uns das diese Woche noch einmal an. Ich gehe aber davon aus, dass wir ihn dichtmachen“, sagt er. Beide Gemeindevertreter schlossen sich zudem dem Appell von Juliane Laudenbach an. „Durch die Baumaßnahme haben wir im Ort eine deutlich veränderte Verkehrssituation. Natürlich sollten sich die Fahrer an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten. Darüber hinaus ist jedoch zurzeit allgemein größere Vorsicht bei der Ortsdurchfahrt geboten“, erklärt Torsten Klinger.  






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