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Bönebüttel : Auf dem sandigen Boden wachsen die Bäume langsam

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

50 000 Tannen stehen an der Gadelander Straße. Es gibt sogar einen Stylisten, der die Bäume richtet .

Bönebüttel | Die Nordmanntanne hat die Nase vorn. Mit ihrem gleichmäßigen Wuchs und weichem Nadelwerk ist die ursprünglich aus dem Kaukasus stammende Tanne die Nummer Eins unter den Weihnachtsbäumen. Fast 50 000 Bäume wachsen auf den Flächen des Bönebütteler Landwirts Joachim Loop an der Gadelander Straße zwischen Neumünster und Groß Kummerfeld heran.

Je nach Größe dauert es etwa acht bis zehn Jahre, bis aus den etwa zehn Zentimeter großen Setzlingen richtige Weihnachtsbäume werden. „Da ist Geduld gefragt“, sagt Joachim Loop, denn die ersten vier bis fünf Jahre scheinen die Bäume nur in die Tiefe zu wachsen und verankern sich mit tiefen Wurzeln im Boden. „Dann steht man da und fragt sich, ob man etwas falsch gemacht hat, wenn die kleinen Bäume trotz Dünger kaum in die Höhe wachsen wollen“, meint der Landwirt. Und mancher Baum schafft es gar nicht bis in ein Wohnzimmer. „Wenn Mäuse das Wurzelwerk anfressen, bleiben die Bäume klein und schaffen den Sprung nach oben nicht“, erklärt Loop. Zumindest passen zwischen Neumünster und Kummerfeld die Bodenverhältnisse, meint der Landwirt. Mit gerade einmal 16 Bodenpunkten(Index für die Qualität des Ackerbodens) biete sich der sandige Boden geradezu für die Weihnachtsbaumplantage an. Hier wachsen die Bäume langsam und bilden schöne gleichmäßige Zweigrondele.

„Allerdings ist es mit dem Pflanzen, Düngen oder Mähen allein nicht getan“, weiß Loops Nichte Catharina Schacht, die im Familienunternehmen mitarbeitet. Sogar einen dänischen Weihnachtsbaumstylisten gibt es. Der geht mit Schere, Bambusstöckchen und Kabelbindern durch den Bestand und richtet, was zu viel wächst, oder rettet eine von Rehen abgebissene oder krumme Baumspitze. Hier und da hilft die Schere, zu dichte Äste auszudünnen. An anderer Stelle wird ein Bambusstab als Stütze an den neuen oder krummen Spitzentrieb gebunden. Den Rest richtet die Natur. „Was bleibt, ist die Qual der Wahl“, sagt Catharina Schacht. Groß, klein, dick, dünn, buschig oder eher luftig gewachsen, auch bei den Nordmanntannen biete die Natur viele Varianten. Nicht immer muss es der perfekte Baum sein. Eine Freundin nehme immer den letzten, krumm und schief gewachsenen Baum, den niemand haben wollte. „Auch der hat sich bemüht und soll ein schönes Weihnachtsfest haben“, meint die Freundin dann.

Die Preise sind auf Vorjahresniveau geblieben. Je nach Form und Größe liegen die Preise pro Meter zwischen 15 und 20 Euro. Auf der Kummerfelder Pflanzung dürfen Familien mit ihren Kindern sich ihren Baum auch unter Tausenden Möglichkeiten selbst aussuchen und absägen. Allerdings erst ab dem 5. Dezember. 



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erstellt am 27.Nov.2015 | 19:20 Uhr

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