Sprachenwettbewerb : Auch Väterchen Frost war gefragt

Entspanntes Lächeln nach der Prüfung: Die Kant-Schülerinnen Ronja Stüben (links) und Johanna Rühe stellten sich dem Urteil der Lehrer (von links) Manfred Steingräber (Kiel), Kateryna Kharytych (Eckernförde) und Anja Messer (Kaltenkirchen).
Entspanntes Lächeln nach der Prüfung: Die Kant-Schülerinnen Ronja Stüben (links) und Johanna Rühe stellten sich dem Urteil der Lehrer (von links) Manfred Steingräber (Kiel), Kateryna Kharytych (Eckernförde) und Anja Messer (Kaltenkirchen).

100 Schüler nahmen an der landesweiten 11. Russisch-Olympiade an der Immanuel-Kant-Schule teil / Die Besten fahren zum Bundeswettbewerb in Trier

shz.de von
12. Juli 2015, 14:00 Uhr

Neumünster | Bilder von Babuschkas und kyrillische Ankündigungen hingen in den Fenstern: Die Immanuel-Kant-Schule sah gestern aus wie Klein-Moskau. 100 Schüler aus dem ganzen Land nahmen an der elften landesweiten „Russisch-Olympiade“ des Verbandes der Russisch-Lehrer teil und stellten sich bei dem freiwilligen Projekt dem Urteil der strengen Prüfer. Dabei waren auch 40 Kant-Schüler – so wie Ronja Stüben (16) aus Ruthenberg und Johanna Rühe (16) aus Rickling.

Seit vier Jahren lernen die Schülerinnen des Sprachprofils jetzt auch Russisch. „Das fand ich einfach interessant, eine andere Schrift, und das klingt völlig anders. Außerdem lerne ich sowieso gerne Sprachen“, sagt Ronja. „Man muss die Sprache komplett neu lernen“, sagt Johanna. Auch die kyrillische Schrift – und die hat zunächst ihre Tücken: Das deutsche ,y‘ ist das russische ,u‘, ,b‘ ist russisch ,w‘. „Das haben wir am Anfang oft vertauscht“, sagen sie lachend. Andere Schüler bringen einen Vorteil mit – so wie Anna Schnar (17) aus der Innenstadt: „Mein Vater Dimitri kommt aus Tomsk, meine Mutter Natali aus Kasachstan.“ Sie wuchs bilingual auf, spricht mit ihren Eltern deutsch und mit den Großeltern russisch.

„Wir sind das einzige Gymnasium in der Stadt mit einem Russisch-Angebot“, sagt Schulleiterin Elke Jönsson. Sie lobt ihre Lehrer: „Das machen sie wirklich mit einem großen Engagement.“

Zwölf Prüfer – meistens Muttersprachler – waren aus ganz Schleswig-Holstein angereist und testeten die Schüler je nach Lernstadium in mehreren Kategorien. Alle Schüler hatten bereits ihre schriftlichen Prüfungen bestanden, die mündlichen dauerten gestern rund eine Viertelstunde. Es galt, ein Gespräch über ein Thema zu führen – und das war nicht immer ganz einfach. „Die Schüler kennen meine Art, Russisch zu sprechen, aber andere artikulieren anders“, sagte Lehrerin Inke Schühler. Das merkte auch Ronja. „Die eine Prüferin hat irgendwie genuschelt“, fand sie nach der Prüfung.

Rund um die Olympiade gab es ein kleines Rahmenprogramm: Jürgen Engelhardt, pensionierter Lehrer aus Eckernförde, stimmte mit Schülern russische Volkslieder an: „Wir singen uns unsere russische Seele aus dem Leib“, sagte er schmunzelnd. Sprachanimateurin Kira Strakhova von der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch lud zu einem Russland-Spiel mit Landkarte ein. Teams traten gegeneinander an und mussten Fragen zu Städten oder russischen Bräuchen beantworten. Gefragt waren da etwa die wichtigste Straße in St. Petersburg (Newski Prospekt), der Fluss in Moskau (Moskwa), der Weihnachtsmann in Russland (Väterchen Frost), die Oma auf Russisch (Babuschka) oder was im Samowar gekocht wird (Wasser).

Von den Kant-Schülern schafften es Cathrin Lebro (9. Klasse), Kategorie A 2, und Pavel Krivorotov (12. Klasse), Kategorie B 2, die meisten Punkte zu bekommen. Sie fahren im November zum Bundesfinale nach Trier.

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