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„Odyssey Dance Theatre“ : Atemberaubende Tänze im Theater

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das „Odyssey Dance Theatre“ überzeugte im Theater der Stadthalle mit Präzision und Perfektion.

shz.de von
erstellt am 09.Mai.2017 | 12:00 Uhr

Neumünster | Das „Odyssey Dance Theatre“ aus Salt Lake City, gegründet und geleitet von Derryl Yaeger, gastierte schon in der vorigen Saison mit dem Programm „Carmen“ in Neumünster. Diese „amerikanische“ Version entsprach zwar nicht ganz den Vorstellungen mancher Besucher, gab aber einen nachhaltigen Eindruck davon, wie großartig die Companie Geschichten tanzen und schlüssig bebildern kann. Auf ihrer Europa-Tournee 2017 präsentierte die Truppe nun einen Tanzabend mit dem Titel „Jump“ und wieder hielt es die Zuschauer im ausverkauften Theater in der Stadthalle vor Begeisterung kaum auf ihren Plätzen. Gesehen hatten sie zwei Stunden tänzerische Vielfalt und Hochleistungssport.

Die 24 Tänzer des „Odyssye Dance Theatres“ erzählen ihre Geschichten (choreographiert von renommierten Tanzmeistern) mit ihren Körpern – mit ihrer Eleganz und Ausdruckskraft, mit ihrer Vitalität und ihrer Leichtigkeit, mit ihrer Präzision und Perfektion – mit ihrem ganzen atemberaubenden Können. Und das in sämtlichen Stilrichtungen, von klassischem Ballett über Jazz Dance und Hip Hop zu Modern Dance.

Am Freitagabend sahen die Zuschauer im ersten Teil drei etwas längere Tanzszenen (oft in diffusen Bühnennebel getaucht), die es zu entschlüsseln galt, wobei die Titel der Szenen etwas halfen. In „Salvages“ (vielleicht Rettungen?) ging es zu melancholischer Musik wohl um zwischenmenschliche Begegnungen, die – interpretiert von drei Girls und drei Boys (alle in Weiß) – mal traurig und depressiv, mal harmonisch und glücklich endeten. Die zweite Nummer hieß „Jump“ (Spring!). Zu ziemlich flotter Musik arrangierten sich sieben Tänzerinnen und drei Tänzer (alle in Schwarz) zu immer neuen, sehr sportlichen, sehr fantasievollen Formationen, deren Höhepunkt der „Glühwürmchen“-Tanz war.

Vor der Pause erschienen dann noch 16 Tanzkünstler auf kahler Bühne zu einem Gesang wie aus fernen Welten. Die Szene (Titel: „Reserve Osmosis“) hatte etwas Beschwörendes, Rituelles an sich, war von großer Intensität, könnte als kollektive Bitte um Regen gedeutet werden, und endete in einem Freudentanz über das ersehnte Nass. Der zweite Teil des Abends drehte sich ganz um den unvergessen Michael Jackson. „M J“ war eine Hommage an den 2009 verstorbenen „King of Pop“, ein Potpourri aus M Js Alben.

Man spürte die Freude, mit der die Tanztruppe die legendären Nummern „vertanzte“. Es gab mitreißende Ensemble-Nummern (zum Beispiel „Thriller“, „Workin‘ Day and Night“, „Smooth Criminal“); alle Girls interpretierten „The Way You Make Me Free“, alle Boys die Nummer „M J“; ein Paar glänzte in einer Persiflage auf das klassische Ballett, zwei Paare begeisterten die Zuschauer mit „Rockin‘ Robin“.

Und dann gab es auch noch Solo-Auftritte, bei denen die Tänzer ihre Individualität einbrachten. Zum Beispiel brillierten Kiana Little in „Dangerous“, Amanda Sanchez als „PYT“, die Schlangenfrau, und Breanne Wilson in „Billie Jane“. Natürlich gab es auch „M Js“ auf der Bühne – und zwar mehrere. Sie kopierten das Original nicht, sondern näherten sich der Figur durch spezielle tänzerische Bewegungen und durch das Outfit.

Wer auf den „Moonwalk“ wartete, bekam ihn auch ansatzweise zu sehen. Zum Schluss winkten alle Mitwirkenden mit einem unverzichtbaren Accessoire ins Publikum – mit M Js Glitzerhandschuhen, und das Publikum dankte mit stehendem Beifall.

 

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