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Holsteinischer Courier

22. Oktober 2017 | 14:44 Uhr

Boostedt : Asylbewerber in die Rantzau-Kaserne?

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Landesregierung prüft die Belegung der Kaserne mit Asylbewerbern. Staatssekretär Bernd Küpperbusch besucht heute Boostedts Bürgermeister.

Boostedt | „400 Asylbewerber ziehen im Oktober in die Rantzau-Kaserne ein. Ein entsprechendes Gelände mit den benötigten Gebäuden wird bereits abgezäunt.“ Dieses und ähnliche Gerüchte sind in Boostedt immer wieder zu hören. Sicher ist, dass die Landesregierung prüft, ob in Boostedt Asylsuchende untergebracht werden können. Die Gemeinde weiß allerdings nichts davon.

Bürgermeister Hartmut König (CDU) bestätigte, dass er von diesem Gerede auch gehört habe, doch seien weder die Verwaltung noch die Gemeindevertretung von verantwortlicher Seite in dieser Angelegenheit bisher angesprochen worden. „Wir haben in diesem Zusammenhang sowohl telefonisch als auch schriftlich Anfragen an den Kreis gerichtet. Bis heute sind diese allerdings unbeantwortet geblieben“, sagte er.

Licht ins Dunkel dieser Gerüchteküche wird unter Umständen das für heute angesetzte Gespräch mit dem Staatssekretär des Innenministeriums, Bernd Küpperbusch, bringen. Der Staatssekretär hat sich angemeldet; unklar ist, ob es um das Thema Kaserne geht. „Sollte an der Geschichte etwas dran sein, und wenn auch nur in Teilen, halte ich es für unverantwortlich, die Gemeinde nicht über ein solches Ansinnen zu informieren“, erklärte König dazu.

Auf Anfrage bestätigte das Landeskommando (LKdo) Schleswig-Holstein der Bundeswehr in Kiel, dass es ein sogenanntes Amtshilfeersuchen aus dem schleswig-holsteinischen Finanzministerium (im Auftrag des Innenministeriums) an die Bundeswehr gebe. Das Land kann sich vorstellen, Teile der Kaserne für Asylbewerber zu nutzen. „In dem Antrag geht es konkret um vier Gebäude auf dem Kasernengelände der Rantzau-Kaserne, die die Bundeswehr an die Bundesimmobilienanstalt (Bima) zurückgeben soll“, erklärte Oberstleutnant Ullrich Burchardi vom Landeskommando. Entschieden werde über den Antrag jetzt im Kommando für territoriale Angelegenheiten in Berlin. Einen Termin für einen Bescheid gebe es nicht. Seines Wissens nach gebe es auch keine Anträge auf Prüfung an anderen Standorten der Streitkräfte zur Freigabe von Unterbringungsmöglichkeiten.

„Wenn die Bundeswehr als Mieter den Komplex vorzeitig freigeben sollte, das heißt vor der endgültigen Schließung Ende 2016, steht er wieder unter der Verwaltung des Bundes, sprich der Bima. Wie, und ob dort Asylbewerber untergebracht werden, darauf hat die Bundeswehr dann keinen Einfluss mehr“, erläuterte Burchardi.

Hartwig Hardell von der Bima in Kiel ist mit dem Verkauf der Kaserne nach ihrer Schließung beauftragt. Er sagte: „Mir ist weder das Gerücht noch irgend eine Planung des Bundes bekannt.“




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