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Boostedt : Asyl in der Kaserne: Noch viele offene Fragen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

von
erstellt am 26.Sep.2014 | 05:45 Uhr

Boostedt | Die geplante Aufnahme von bis zu 500 Flüchtlingen in Teilen der Rantzau–Kaserne (der Courier berichtete) beschäftigt die Boostedter. Für zusätzliche Verwirrung sorgte gestern der Rücktritt von Innenminister Breitner.

Die Ortsvorsitzende des Deutschen Roten Kreuzes, Birge Holtmann, erklärte, dass das DRK mit Ulf Döhring, dem Leiter der Landesunterkunft, mit der Schule in Boostedt und der Gemeinde in engem Kontakt stehe. Konkrete Aktionen gebe es zurzeit noch nicht, aber sie sei sicher, dass die gut bestückte Boostedter Kleiderkammer für die Asylbewerber geöffnet werden soll.

Claus Peter Dieck, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, hat sich nach einem Meinungsaustausch mit dem Boostedter CDU-Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Brückner zu der Aufnahme von Flüchtlingen in Boostedt geäußert. Er kritisierte, dass die Landesregierung ohne Anhörung der Gemeindevertretung entschieden und die ehrenamtlichen Vertreter der Gemeinde vor vollendete Tatsachen gestellt habe. Im Vorfeld sei auch Bürgermeister Hartmut König (CDU) nicht informiert oder zu Rate gezogen worden. Mit 500 traumatisierten, nicht deutsch sprechenden Opfern der Bürgerkriege in Syrien und Irak seien die 4600 Boostedter jedoch überfordert. Viele Fragen blieben laut CDU offen. Wegen der Übungen mit Munition und Schussgeräuschen dürfe im Umfeld nicht gebaut werden, aber Flüchtlinge, die dadurch an ihre leidvollen Erfahrungen erinnert würden, sollen hier untergebracht werden. Außerdem fragt die CDU: Bleiben die Sportanlagen für die Nutzung durch die Schulen erhalten? Ist die Arbeit für die Weiterentwicklung zur Nutzung der Kaserne hinfällig?

Die Boostedter hoffen auf nähere Informationen auf der Einwohnerversammlung am Mittwoch, 8. Oktober, ab 19.30 Uhr im Hof Lübbe. Noch vorgestern hieß es aus dem Innenministerium, dass Minister Andreas Breitner in jedem Fall persönlich nach Boostedt kommen werde, möglicherweise zur Einwohnerversammlung. Ob das nach Breitners Rücktritt auch für seinen Nachfolger gilt, war gestern nicht zu klären.


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