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Holsteinischer Courier

23. Oktober 2017 | 07:01 Uhr

Mühbrook : Asphaltwerk will erweitern

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Hoch her ging auf der Sitzung der Mühbrooker Gemeindevertretung, denn die Deutschen Asphaltwerke wollen ihre Anlage im Gewerbegebiet erweitern.

shz.de von
erstellt am 13.Sep.2013 | 15:00 Uhr

Einen verbaler Schlagabtausch gab es vorgestern Abend auf der Sitzung der Mühbrooker Gemeindevertretung. Der Grund: Die Deutschen Asphaltwerke wollen ihre Anlage im Gewerbegebiet Tökshorst erweitern. Angeheizt wurde die Stimmung durch den zweiten stellvertretenden Bürgermeister, Sönke Lucht (KWG), der im Alleingang und ohne Absprache mit seinen Fraktionskollegen ein persönlich verfasstes Rundschreiben im Dorf verteilt hatte. Darin forderte Lucht unter anderem die Mühbrooker auf, die Sitzungsrunde zu nutzen, um eine für das Dorf verträgliche Lösung zu unterstützen.

Aufgrund des Aufrufs konnte Bürgermeister Wulf Klüver (KWG) mit etwa 50 interessierten Mühbrookern eine bei Sitzungen der Mühbrooker Gemeindevertretung äußerst seltene große Zuhörerkulisse begrüßen. Auffällig war die zahlreiche Anzahl junger Neubürger. Der grüne Zettel, wie das Rundschreiben von Lucht genannt wurde, hatte es in sich, zumal der Kommunalpolitiker bei seiner Verteileraktion gleichzeitig eine Umfrage gestartet hatte, ob die Erweiterung des Asphaltmischwerkes im Sinne der Befragten ist. Von 150 Mühbrookern sprachen sich nach Aussage von Lucht lediglich zwei Personen für das vom Unternehmen beantragte Vorhaben aus. Alle anderen waren dagegen. Die Listen überreichte er an Bürgermeister Klüver.

Der Gemeindechef erinnerte daran, dass der Tagesordnungspunkt schon vor einigen Jahren diskutiert worden war. Die Unternehmensbetreiber haben die derzeitige Betriebsfläche von einer Privatperson gepachtet und bekundeten damals schon das Interesse, eine rund 7000 Quadratmeter große angrenzende Nebenfläche von der Gemeinde kaufen zu wollen. „Wir taten uns schwer damit“, so Klüver. Doch die knappe Haushaltslage bei immer steigenden Ausgaben in die Infrastruktur, wie zum Beispiel der Umbau der alten Schule oder die Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges für die Feuerwehr, führte zu einem Stimmungswechsel in der Gemeindevertretung. Die Antragsteller legten nach und wurden konkret. Sie begründeten den Flächenankauf unter anderem damit, auf der Fläche drei Schüttguthallen bauen zu wollen, um das Recyclingmaterial trocken lagern zu können. Im Juli vorigen Jahres stimmte die Vertretung mehrheitlich einem Aufstellungsbeschluss für das Sondergebiet zu. Danach, so erklärte Klüver, ließen die Antragsteller nichts mehr von sich hören. Im Frühjahr kam die Unternehmensanfrage rein, dass vorhabenbezogene Bauvorhaben über einen städtebaulichen Vertrag abwickeln zu wollen. Doch nichts ist bisher unterschrieben worden.

Die Deutsche Asphalt GmbH, ein Unternehmen der Strabag AG, betreibt bundesweit mehr als 40 moderne Asphaltmischanlagen und hat sich zu einem der führenden Mischgutproduzenten Deutschlands entwickelt. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Köln. Als Tochtergesellschaft der Strabag ist die Deutsche Asphalt zuständig für die gesamte Asphaltproduktion der Unternehmensgruppe in Deutschland.

Zum Thema kündigte der Bürgermeister eine Einwohnerversammlung an, auf der die Antragsteller den Mühbrookern Rede und Antwort stehen wollen. Die große Mehrheit der Zuhörer am Mittwoch befürchtet vor allem einen Wertverlust ihrer Immobilie durch eine Vergrößerung des Werkes. Vorwürfe, die Mitbürger nicht rechtzeitig und umfassend zum Thema informiert zu haben, wies Bürgermeister Klüver zurück. Sein erster Stellvertreter Rainer Hencke ging hart mit Sönke Lucht ins Gericht und warf ihm unter anderem Stimmungsmache vor. Lucht hielt dagegen, für Aufklärung sorgen zu wollen. „Damit keiner später sagt: Kann doch nicht wahr sein, dass ihr so etwas genehmigt habt“, meinte Lucht.







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