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Holsteinischer Courier

23. Oktober 2017 | 21:15 Uhr

Wasbek : Arzt hilft den Philippinos

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Dr. Gerd Bunzel fliegt Ende Januar für die Organisation „German Doctors“ nach Ostasien. Sechs Wochen behandelt er die Eingeborenen

shz.de von
erstellt am 30.Dez.2013 | 17:00 Uhr

Eigentlich ist für ihn heute Schluss. Nach 30 Jahren als Hausarzt in Wasbek geht Dr. Gerd Bunzel offiziell in den Ruhestand. Doch einfach nur im Sessel sitzen, das war noch nie ein Ziel für den 67-Jährigen. Schon immer reiste er gerne durch die Welt, sah sich fremde Länder und Kulturen an und machte dabei mit seiner Kamera beeindruckende Aufnahmen. „Außerdem bin ich Mediziner aus Leidenschaft, da legt man die Arbeitsgeräte nicht einfach so aus der Hand“, sagt Bunzel. Deshalb hat er sich für ein besonderes Projekt beworben: In vier Wochen fliegt er für die Organisation „German Doctors“ auf die Philippinen. Sechs Wochen lang will der Allgemeinmediziner dann von der Stadt Cagayan de Oro auf der Insel Mindanao aus in die Dörfer fahren und Eingeborene behandeln.

Unterstützt wird er dabei von Krankenschwestern vor Ort. Sie zeigen ihm die Wege in die abgelegenen Dörfer und dolmetschen. „Wir werden weit ins Landesinnere reisen, in der gebirgigen Region zum Teil auch zu Fuß oder mit dem Pferd unterwegs sein“, sagt Bunzel. Anfangs kann er noch täglich zurück in seine bescheidene Unterkunft in der Stadt fahren, später muss er aber auch in der Wildnis übernachten.

Für die Behandlung gibt es klare Richtlinien „Ich habe spezielle Pläne der Weltgesundheitsorganisation, nach denen sich alle ,German Doctors’ richten. Außerdem erhalte ich nur 60 bis 70 Medikamente, mit denen ich auskommen muss“, sagt Bunzel. Als Allgemeinarzt mit breitem Fachwissen ist ihm bewusst, was das bedeutet: „Ich werde nicht alle Kranken heilen können. Was in Deutschland harmlos ist, kann dort den sicheren Tod bedeuten, zum Beispiel eine Blinddarm-Entzündung.“

Es ist nicht das erste Mal, dass Bunzel im Ausland Menschen hilft. 1979/80 war er bereits von Thailand aus im Bürgerkriegsland Kambodscha im Einsatz. „Das hat meinen Horizont erweitert. Da schüttelt man manchmal den Kopf, bei was für Lappalien wir hier jammern.“ Über einen Freund kam er nun an das neue Projekt der „German Doctors“. „Mich überzeugt die Nachhaltigkeit. Die Organisation ist schon über zehn Jahre dort und hilft“, sagt er. Angst hat er keine. „Das Schlimmste was passieren kann, ist ein Verkehrsunfall oder das Dengue-Fieber. Dagegen kann man sich nicht impfen.“

Seine Frau Hannelore bleibt derweil in Wasbek: „Wir lassen uns unsere Freiräume“, sagt sie.

 

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