Armut: Stadt setzt auf Prävention

Hilfsangebote und Maßnahmen sollen besser verzahnt werden

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15. April 2016, 12:15 Uhr

Die Stadt will zur Bekämpfung von Armut nicht allein auf Defizite reagieren, sondern im Vorfeld präventiv aktiv werden. Das ist die Quintessenz, die Volker Otzen jetzt erst im Sozial- und Gesundheitsausschuss und dann im Schul-, Kultur- und Sportausschuss zog.

Der Sozialplaner der Stadt gab vor beiden Gremien einen Zwischenbericht zum Ratsauftrag an die Verwaltung, den erstmals 2014 erstellten Bericht „Armut in Neumünster“ fortzuschreiben. Eine Bestandsaufnahme und Auflistung zeigt, dass es bereits erstaunlich viele Maßnahmen, Netzwerke und Hilfsangebote gibt. Das Ziel ist, dabei die Grenzen von unterschiedlichen Fachdiensten zu überwinden und sogenannte Präventionsketten zu bilden, die von der Schwangerschaft bis zum Pflegeheim reichen.

„Wir wollen alle Altersgruppen erfassen, damit soziale Teilhabe gesichert ist“, sagte Volker Otzen. Das selbst gesteckte und durchaus ehrgeizige Ziel ist es, am Ende des Jahres ein Handlungskonzept vorstellen zu können. Es orientiert sich an einem Modell von vier Lebensphasen. Die erste Phase umfasst Schwangere, Säuglinge, Kleinkinder unter drei Jahren und Kita-Kinder, Phase 2 Schulkinder und Heranwachsende, Phase 3 die Berufsausbildung, das Studium, Erwachsene und Familien, Phase 4 Senioren und Hochbetagte.

Dabei stütze man sich auch auf Erfahrungen in anderen vergleichbar großen Kommunen, etwa Dormagen in Nordrhein-Westfalen. Dort konnten durch ein Netzwerk ineinander greifender und zudem möglichst früh ansetzender Präventionsangebote die Fallzahlen des Allgemeinen Sozialen Dienstes bei der Heimerziehung um die Hälfte reduziert werden, so Otzen.

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