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Holsteinischer Courier

12. Dezember 2017 | 13:23 Uhr

Fernsehlotterie : ARD drehte am Hahnknüll

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Filmteam porträtiert Fachklinik für Menschen mit Schwerstbehinderungen

shz.de von
erstellt am 20.Mai.2014 | 12:00 Uhr

Neumünster | In der DRK-Fachklinik Hahnknüll herrschte gestern Ausnahmezustand: Ein Kamerateam drehte im Auftrag der ARD zwei Beiträge für die Fernsehlotterie – den ganzen Tag lang. Das bedeutete für die Bewohner Aufregung pur, denn im Gegensatz zum gewohnten Tagesablauf hieß es immer wieder: „Kamera ab, Klappe, Achtung!“ Auch das Personal und Geschäftsführer Gerhard Wachsmuth waren immer wieder im Fokus der Kamera – und hatten stellenweise mehr Lampenfieber als ihre Schützlinge.

„Herzlichen Glückwunsch und nicht vergessen: Kurz vor der Tagesschau sehen Sie die nächsten Gewinner bei der Prämienziehung für das Mega-Los“: Diverse Male musste Wachsmuth diesen Satz sagen. „Das habe ich mir viel leichter vorgestellt, solche Worte wie Prämienziehung gehen nicht so einfach über die Lippen. Ich bin überrascht, mit welcher Pünktlichkeit und Präzision das passieren muss“, staunte Wachsmuth. Auch die Sprachgeschwindigkeit wurde vorgegeben und auf Details wie die Kopfhaltung geachtet. Kleine Pannen sorgten eher für Heiterkeit: „Gerade als wir einen Satz im Kasten hatte, gab es ein Rauschen im Hintergrund. Oder ein Bewohner fragte, ob er mal eine Cola haben könne“, erzählt Wachsmuth und gestand: „Ein total aufregender Tag.“

Die Fachklinik wurde gefilmt, weil die ARD-Lotterie den Neubau des Bereichs für Menschen mit Schwerst- und Mehrfachbehinderung mit 400 000 Euro unterstützt hatte. 60 Menschen mit Diagnosen wie Psychose, Schizophrenie, Unfalltrauma oder geistige Behinderung leben hier. Für einen zweiminütigen Beitrag um 18.45 Uhr vor der Wochen- und Hauptziehung und einen einminütigen Beitrag kurz vor 20 Uhr filmte das „Nordicfilm“-Team einen Querschnitt aller Bereiche. Unter der Leitung von Redakteurin Susanne Block ließen Jan Block (Kamera), Ole Brosse (Ton), Jens Eggers (Materialassistent) und Guido Werner (Foto) die Bewohner „Mensch ärgere Dich nicht“ spielen, filmten sie im „Roten Salon“, aber auch bei der Beschäftigungstherapie in der Holzwerkstatt oder beim Tanzen und drehten Szenen vor dem Haus. Auch intime Bereiche wie der Snoezelen-Raum wurden gefilmt. In diesem mit Wasserbett, Blubbersäule, Wolken-Diaprojektion, Lichtspiel und Ruhekissen ausgestattetem Therapiezimmer helfen die Mitarbeiter Bewohnern, sich zu entspannenn. Der Datenschutz war geklärt: Nach einer Vorbesprechung am 8. Mai wurden alle Mitarbeiter informiert und alle Angehörigen und Bewohner nach ihrem Einverständnis gefragt. „Nur einige wenige haben sich zurückgezogen. Insgesamt genießen alle, dass was anderes passiert als sonst. Das ist eine schöne Sache, und ich bin erstaunt, wie gelassen das alle hinnehmen“, staunte Diplom-Sozialpädagogin Katy Sperber, die in diesem Klinikbereich arbeitet.

Gegen 16 Uhr war der Drehtag beendet. Wann der Beitrag gesendet wird, steht noch nicht fest.

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