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Holsteinischer Courier

15. Dezember 2017 | 04:13 Uhr

Monatsbilanz : Arbeitsmarkt weiter in Topstimmung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Quote für Neumünster sinkt auf 9,6 Prozent. Auch Langzeitarbeitslose profitieren

von
erstellt am 30.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Neumünster | Die gute Laune auf dem Arbeitsmarkt setzt sich fort: Nach 9,9 Prozent im September schmolz die Arbeitslosenquote in Neumünster im Oktober weiter auf jetzt 9,6 Prozent – den besten Wert seit über 20 Jahren. 3961 Männer und Frauen waren Ende Oktober in der Stadt arbeitslos gemeldet, 140 weniger als im September (minus 3,4 Prozent) und 334 weniger als vor einem Jahr (minus 7,8 Prozent).

Mit der Quote von 9,6 Prozent liegt Neumünster im Städtevergleich jetzt erstmals gleichauf mit Lübeck, vor Kiel (10,0) und hinter Flensburg (9,3).

„Damit setzt sich der positive Trend am Markt wie erwartet fort“, freute sich Agenturchef Carsten Ludwig gestern über die jüngste Entwicklung. Die wirtschaftliche Lage erweise sich als stabil, die Nachfrage der Unternehmen nach neuem Personal halte an. Besonders erfreulich sei, dass zugleich deutlich weniger Zugänge in Arbeitslosigkeit aus bestehender Arbeit heraus zu verzeichnen seien, unterstrich der Agenturchef: „Das Risiko, arbeitslos zu werden, ist deutlich gesunken.“ Der 47-jährige Kieler stellte den Arbeitsmarktbericht gestern zum letzten Mal vor, er wechselt Ende November in die Kreisverwaltung Rendsburg-Eckernförde. Über die Nachfolge ist noch nicht entschieden.

Der gute Lauf für Neumünster gilt tendenziell auch für das Umland. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde sank die Arbeitslosenquote auf 4,9 Prozent – nach 5 Prozent im September und 5,1 Prozent vor einem Jahr. Allerdings gibt es hier regionale Unterschiede: Während die Arbeitslosigkeit in Eckernförde stärker zurückging, nahm sie in Rendsburg gegen den allgemeinen Trend sogar leicht zu.

Als besonders erfreulich bewertet man in der Arbeitsagentur, dass auch Langzeitarbeitslose (mehr als ein Jahr ohne Arbeit) von der guten Entwicklung profitieren: Ihr Anteil ging um 4,8 Prozent zurück. Anlass zur Sorge gibt den Arbeitsvermittlern dagegen die Vielzahl junger Arbeitsloser ohne Berufsabschluss. Inzwischen gehört jeder zweite jugendliche Arbeitslose zu dieser Problemgruppe, in den Jobcentern liegt ihr Anteil sogar bei über 60 Prozent.

STANDPUNKT

von Jens Bluhm

Keine Frage, schon lange nicht mehr  war der Arbeitsmarkt so robust wie heute – aber die große  Aufgabe kommt erst noch: Mit der wachsenden Zahl der Flüchtlinge wächst der Druck auf die Agenturen, sich auf die Integration der neuen Mitbewohner in den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Eine  Herkulesaufgabe! Der scheidende  Agenturchef Carsten Ludwig versuchte  gestern, Mut zu machen: Nach allen Erfahrungen, die man bisher mit den Flüchtlingen gemacht habe, seien die hochmotiviert: „Die wollen sich  was aufbauen!“ Trifft das zu , wäre das auf dem langen Weg der     Integration schon mal ein guter Anfang!  

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