Neumünster : Arbeitsmarkt in Top-Verfassung

Ob Gastronomie, Handwerk, Handel oder Industrie: Die Zahl der Beschäftigten ist in Neumünster erneut gestiegen.
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Ob Gastronomie, Handwerk, Handel oder Industrie: Die Zahl der Beschäftigten ist in Neumünster erneut gestiegen.

Arbeitsagentur-Chefin Michaela Bagger zog gestern eine positive Jahresbilanz

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20. Januar 2018, 09:00 Uhr

Neumünster | „Der Arbeitsmarkt in Neumünster hat sich auch 2017 erfreulich positiv entwickelt.“ Diese Jahresbilanz zog gestern die Leiterin der Agentur für Arbeit, Michaela Bagger. Im Jahresdurchschnitt 2017 waren 3836 Menschen arbeitslos gemeldet (122 oder 3,1 Prozent weniger als 2016). Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 9,2 Prozent nach 9,6 Prozent im Jahr 2016.

Es handelt sich – wie gesagt – um Jahresdurchschnittswerte. Zurzeit präsentiert sich der Arbeitsmarkt mit einer Arbeitslosenquote von 8,4 Prozent im Dezember sogar noch deutlich robuster. Neumünster zeigt sich dabei innerhalb des Agenturbezirks bei der Entwicklung dynamischer als der Kreis Rendsburg-Eckernförde, wo die Arbeitslosigkeit im Jahresmittel marginal um 0,1 Prozent zulegte.

In Neumünster sei das Risiko, arbeitslos zu werden, gesunken. Allerdings sei auch die Chance gesunken, aus der Arbeitslosigkeit heraus wieder Arbeit zu finden, teilte Michaela Bagger mit und nannte auch einen Grund dafür. „Es passt oft nicht. Gerade bei Langzeitarbeitslosen gibt es vielfach ein Qualifikationsdefizit.“ Für die Arbeitsagentur laute die Devise daher: Qualifikation, wo immer das möglich sei.

Erfreulich nannte Michaela Bagger, dass sich die Langzeitarbeitslosigkeit in Neumünster reduziert habe. Auch bei älteren Arbeitslosen (über 50 Jahre) und jüngeren (bis 25 Jahre) sei ein leichter Rückgang festzustellen. Bei Ausländern gebe es eine andere Entwicklung. Hier sei die Arbeitslosigkeit gestiegen, was in Neumünster weniger an den Flüchtlingen liege. Ihre Zahl ist in Neumünster vergleichsweise gering. Eher bemerkbar mache sich da schon der Zuzug aus EU-Staaten, vor allem aus Bulgarien und Rumänien. Die Zahl der Arbeitslosen stieg hier um knapp 11 Prozent auf 243 Menschen.

Die Neumünsteraner Unternehmen meldeten 2017 mit 3218 Stellen weniger Personalbedarf an. Doch hier wirkt ein Sondereffekt nach: 2016 gab es bei der Flüchtlingsbetreuung in der Erstaufnahme eine große Nachfrage nach Kräften für Wach- und Schließdienste, die Gebäudebetreuung und andere Dienstleistungen.

Die insgesamt gute Entwicklung zeigt auch die gewachsene Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Sie stieg um 2,6 Prozent auf 38 476. Den größten Anteil hat mit gut 22 Prozent der Handel. „Neumünster hat sich mit dem DOC und der Holsten-Galerie zum Einzelhandelsknotenpunkt in Schleswig-Holstein entwickelt“, so Bagger. Der Anteil geringfügiger Beschäftigung nehme dagegen ab – für die Agenturchefin ist das auch eine Folge des Mindestlohns. Viele Arbeitgeber stellten auf andere Beschäftigungsverhältnisse um. Teilzeitbeschäftigung nehme dagegen zu.

Michaela Bagger geht davon aus, dass sich die positive Entwicklung auch in diesem Jahr fortsetzt: „Qualifizierte Bewerber haben beste Chancen, schnell wieder Arbeit zu finden. Wir hatten im Dezember in Neumünster eine Arbeitslosenquote von 8,4 Prozent. Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn das 2018 wieder zweistellig wird.“

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