Arbeitseinsätze im Tandem

Elly-Heuss-Knapp-Schule setzt auf die Kooperation mit einer polnischen Partnerschule

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20. Mai 2011, 07:36 Uhr

Neumünster | Sie schauen im wahrsten Sinne des Wortes über den Tellerrand hinaus: Junge Elly-Heuss-Knapp-Schülerinnen, die etwa Hauswirtschafterin oder Pflege-Assistentin werden wollen, lernen in ihrer Ausbildung auch polnische Verhältnisse kennen. Die Kooperation mit der Partnerschule Zespo Szko in Szczecinek - 80 Kilometer südlich von Neumünsters polnischer Partnerstadt Koszalin (Köslin) gelegen - ermöglicht so genannte Tandem-Einsätze. Auszubildende aus beiden Ländern arbeiten über Wochen gemeinsam in deutschen wie polnischen Betrieben.

So hat Katrin Maliszewski (20), die im Haus am Jungfernstieg den praktischen Teil ihrer Ausbildung absolviert, zurzeit mit Kinga Stachow (18) und Amelia Kolodziej (19) zwei Polinnen an ihrer Seite. Mehr noch: Die beiden Gäste wohnen auch im Hause Maliszewski; aus der grenzüberschreitenden Begegnung hat sich längst eine feste Freundschaft entwickelt.

"Das ist kein Einzelfall", erklärt Sabine Klütz, die Europa-Koordinatorin an der EHKS. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Carola Hoffmann-Bockmann und Sigrun Joost auf der deutschen sowie Wieslaw Pucilowski auf der polnischen Seite hat sie den jüngsten Besuch organisiert: Sechs Polinnen arbeiten gegenwärtig gleichberechtigt mit vier deutschen Kolleginnen. Vor fünf Jahren startete das Projekt, und seitdem haben etwa 70 Tandem-Einsätze in Neumünster und Szczecinek stattgefunden.

Ähnlich wie Handwerker auf der Walz machen auch die jungen Damen ihre eigenen Erfahrungen im Nachbarland. Sie lernen zu improvisieren, sich in fremden Sprachen verständlich zu machen, Vorurteile zu überwinden. Katrin Maliszewski etwa sagt von sich, dass sie "den Menschen gegenüber viel offener" geworden ist.

Das ist gewollt: Respekt und Toleranz stellen sich automatisch ein, nicht nur am Arbeitsplatz. Auch frühmorgens bei den Maliszewskis zu Hause ist Rücksichtnahme angesagt. Jedenfalls gab es, wie Katrin, Kinga und Amelia einmütig betonen, noch nie Streit darüber, wer als erste unter die Dusche oder vor den Spiegel darf.

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