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Mehr Personal : Arbeitsbelastung in den Kitas ist zu groß

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Jugendhilfeausschuss will für 915 000 Euro mehr Betreuer einstellen. Die Situation minderjähriger Flüchtlinge war ebenfalls Thema.

Neumünster | Geht es nach der Mehrheit im Jugendhilfeausschuss, dann soll die Stadt mehr Personal für ihre Kitas einstellen. Und zwar deutlich mehr, als die Verwaltung bei knapper Kassenlage für vertretbar hält. Sie plädiert in ihrer Vorlage dafür, in einem ersten Schritt zunächst nur den Mehrbedarf durch Betreuungsangebote in Randzeiten vor 8 Uhr und nach 16 Uhr abzudecken.

„Die Anforderungen an die Kitas sind gestiegen, die Erzieher und die Kita-Leitungen stehen unter Stress“, fasste Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth die Ergebnisse einer Studie von 2013 zusammen. Die Grundsätze für die Berechnung des Personalbedarfs sollen deshalb geändert werden. So hat die Stadt für die 36 Kitas allein aufgrund der nötigen Anpassung in den Randzeiten einen Bedarf von sieben zusätzlichen Stellen errechnet. Allein das wird etwa 270  000 Euro im Jahr kosten.

Da auch immer mehr Kinder zu Mittag in den Kitas essen und dort schlafen, müsste auch hierfür die Personalausstattung verbessert werden. Doch das würde weitere 143  000 und 502  000 Euro kosten. „Für uns ist nicht nachvollziehbar, nur einen Aspekt aufzugreifen“, argumentierte der Ausschussvorsitzende Thorsten Klimm (SPD). Die Beaufsichtigung der Kinder beim Mittagsschlaf sei unabdingbar.

Schützenhilfe bekam die SPD für ihren Antrag, alle drei Probleme anzugehen und dafür die nötigen Mittel von gut 915000 Euro bereit zu stellen, durch die Personalratsvorsitzende der Stadt, Sabine Heidebrecht-Rüge, und Esther Hartmann von der Fraktion BFB/Piraten. Inhaltlich sei der Vorstoß nachvollziehbar, beim defizitären Haushalt aber eben nicht machbar, plädierten die CDU-Mitglieder Babett Schwede-Oldehus und Dorina Augustin für die Verwaltungsvorlage. Das Abstimmungsergebnis war mit 7 zu 2 Stimmen klar pro SPD-Antrag. Der Finanzausschuss stimmte gestern gegen den SPD-Vorstoß. Entscheiden wird endgültig die Ratsversammlung am 31. März.

Thema im Ausschuss war eine Anfrage von BFB/Piraten, ob die Zahl der Amtsvormünder nach der Begrenzung auf höchstens 50 betreute Mündel noch ausreichend ist. „Die ursprüngliche Klientel ist weniger geworden. Wir haben also eigentliche eine ausreichende Personalausstattung“, sagte Stadtrat Humpe-Waßmuth. Allerdings werde die jetzt wieder aufgezehrt durch die hohe Zahl minderjähriger Flüchtlinge, die ohne ihre Eltern in Neumünster zu betreuen sind. Das ist Sache des Allgemeinen Sozialen Dienstes. Der Bund plane nun aber eine landesweite zentrale Unterkunft für diese minderjährigen Flüchtlinge. Die Stadt äußert sich deshalb zurückhaltend und möchte die Bundes-Regelung abwarten.

ASD-Chef Jörg Hellberg nannte die aktuellen Zahlen. Es handele sich um bis zu 430 Jugendliche, von denen etwa 250 unterzubringen sind. Volker Rüge vom Träger Iuvo und Thomas Börner vom Ausbildungsverbund berichteten vom Alltag der Jugendlichen. „Sie sind in der Regel hoch motiviert, und die Betriebe ziehen mit und bieten Arbeits- und Ausbildungsstellen“, lobte Humpe-Waßmuth.

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erstellt am 27.Mär.2015 | 06:15 Uhr

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