zur Navigation springen

Chefwechsel : Arbeitsagentur unter neuer Leitung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Michaela Bagger löst Carsten Ludwig an der Spitze der Behörde ab / Integration der Flüchtlinge ist die Herausforderung für 2016

von
erstellt am 26.Jan.2016 | 09:15 Uhr

Neumünster | Die Arbeitsagentur Neumünster wird erstmals von einer Frau geleitet: Vor zahlreichen Gästen aus Stadt, Politik sowie Arbeitgeber- und Arbeitnehmerkreisen wurde Michaela Bagger (47) gestern im Kiek In von der Chefin der Regionaldirektion der Bundesagentur, Margit Haupt-
Koopmann, in ihr neues Amt eingeführt. Sie löst Carsten Ludwig (47) ab, der nach sieben Jahren an der Spitze der Behörde an der Wittorfer Straße zum Kreis Rendsburg-Eckernförde wechselt.

Die Volljuristin Michaela Bagger ist seit 1998 bei der Bundesagentur und war zuletzt Geschäftsführerin in Elmshorn und Hamburg. In der bundesweit größten Arbeitsagentur Hamburg war sie zuletzt zugleich stellvertretende Behördenleiterin.

Mit dem Wechsel nach Neumünster rücke sie endgültig in die erste Führungsriege auf, beglückwünschte Margit Haupt-Koopmann die neue Chefin in Neumünster. In der Regionaldirektion hege man keine Zweifel, dass die 47-Jährige den enormen Herausforderungen gewachsen sei, die in den kommenden Monaten auf die Arbeitsagenturen zuliefen, unterstrich Haupt-Koopmann. Sie nutzte die Chance, auch die Wirtschaft auf einen „langen beschwerlichen Weg“ bei der Integration der Flüchtlinge einzuschwören und warb um Unterstützung aus den Betrieben. Die Ankündigung des Unternehmensverbandes Nord, Praktika und Arbeitsplätze für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen, sei dabei ein wichtiges „positives Signal“. Alle Arbeitsmarkt-Partner seien bei der Bewältigung der Mammutaufgabe zu einem engen Schulterschluss aufgefordert. Dies gelte um so mehr, da zu einem Erfolg der Integration am Arbeitsmarkt ein langer Atem notwendig sei, sagte Margit Haupt-Koopmann. Sie verwies darauf, dass in der Vergangenheit nur acht Prozent der Zuwanderer bereits in den ersten Monaten in Beschäftigung gebracht werden konnten, die Hälfte der Neuankömmlinge aber erst nach fünf Jahren. Auch die Arbeitsagentur müsse angesichts des Flüchtlingszustroms neue Wege beschreiten, forderte die Leiterin der Regionaldirektion und sprach sich für eine engere Verzahnung von Sprach- und Berufsschulung aus.

Auch die neue Chefin an der Wittorfer Straße sieht in der Integration der Flüchtlinge in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt eine der großen Herausforderungen in diesem Jahr. Einen weiteren Schwerpunkt will sie bei der Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit setzen. „Mir ist wichtig, den Übergang von der Schule in den Beruf noch besser zu gestalten und zu begleiten. Jugendliche ohne Schul- und Berufsabschluss können wir uns nicht leisten“ , stellte Michaela Bagger klar. Viel Schub erhofft sich die Fachfrau dabei nicht zuletzt auch von der neuen Jugendberufsagentur, die Ende nächsten Monats als erste Einrichtung ihrer Art in Schleswig-Holstein in der ehemaligen Holstenbrauerei an der Brachenfelder Straße ihren Dienst aufnehmen soll.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen