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FEK : Arbeitnehmer im Aufsichtsrat sind entsetzt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die geplante Abwahl des Vorsitzenden Matthias Lau durch die CDU schlägt Wellen

von
erstellt am 09.Apr.2016 | 08:45 Uhr

Neumünster | Die Stimmung auf der Klausurtagung des FEK-Aufsichtsrats vor drei Wochen beschreibt Rainer Loose so: „Wir waren alle entsetzt und fassungslos. Das gilt bis heute.“ Er beschreibt damit den Moment, als der Vorsitzende Matthias Lau ihnen mitteilte, dass die CDU-Fraktion seine Abberufung plane. Loose ist der Leiter der Krankenpflegeschule und einer von vier Vertretern der FEK-Arbeitnehmer im Aufsichtsrat. Er und seine Mitstreiter Jörg Klaenhammer (Betriebsrat), Oberarzt Holger Brammer und der Leitende Oberarzt Dr. Thomas Lorber übten gegenüber dem Courier heftige Kritik an dem Plan.

Matthias Lau hat sich nach einhelliger Einschätzung sehr gut in die schwierige Thematik des zweiten Bauabschnitts beim FEK und generell in das Krankenhaus eingearbeitet. „Er hat im Ministerium sehr gut für uns verhandelt. Dort fährt der Zug jetzt in die richtige Richtung“, sagte Holger Brammer. Rainer Loose ergänzt: „Er ist ein prima Vorsitzender und von allen hoch geschätzt. Umso schlimmer, dass er jetzt aus politischem Kalkül ohne Sinn und Verstand geopfert werden soll.“

Nach dem Willen der CDU-Rathausfraktion soll Matthias Lau am Dienstag vom Hauptausschuss aus dem Aufsichtsrat abgewählt werden; für ihn soll CDU-Ratsherr Klaus Grassau nachrücken. Als Grund nannte Fraktionschef Gerd Kühl, der Informationsfluss von Lau in die CDU-Fraktion sei „nicht optimal“ (der Courier berichtete).

Zufällig tagt der FEK-Aufsichtsrat nur einen Tag später – ohne die Wahl eines Vorsitzenden auf der Tagesordnung. Die nächste Sitzung ist erst für den 1. Juni terminiert. Wenn Lau am Dienstag abgewählt wird, ist er ab sofort nicht mehr Mitglied des Gremiums. Dann müsste am Mittwoch sein Stellvertreter Günter Humpe-Waßmuth (SPD) übernehmen. Die Arbeitnehmer hoffen aber weiter, dass der Hauptausschuss gar nicht erst zustimmt.

Der zwölfköpfige Aufsichtsrat müsste aus seiner Mitte heraus einen neuen Vorsitzenden wählen. Die vier Arbeitnehmer sind sich einig: „Von den acht Vertretern der Parteien wählen wir niemanden. Diese Sache ist eine Entscheidung der Politik, dann muss die Politik sich auch einen neuen Vorsitzenden wählen“, sagt Jörg Klaenhammer. Dann gebe es eben zum ersten Mal keine einstimmige Wahl.

Mittlerweile hat sich auch die Staatssekretärin im Kieler Sozialministerium, Anette Langner, zu Wort gemeldet: „Wir beobachten diese Debatte in Neumünster mit großem Unverständnis“, sagte sie laut einem Zeitungsbericht. Matthias Lau werde im Ministerium überaus geschätzt.

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