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Tamaki Kawakubo und Yu Kosuge : Applaus für grenzenlose Spielkultur

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die beiden Ausnahmemusikerinnen begeisterten im Theater in der Stadthalle mit Werken von Strawinsky, Beethoven, Chopin und Grieg.

shz.de von
erstellt am 04.Feb.2015 | 05:00 Uhr

Neumünster | Es gab vereinzelte Ausrufe des Entzückens, ansonsten herrschte ehrfurchtsvolle Stille während des zweieinhalbstündigen Konzertes. Das Publikum war hingerissen. Diejenigen, die am Dienstagabend mit ihrer Darbietung 280 Besucher im Theater in der Stadthalle verzaubert hatten, heißen Tamaki Kawakubo und Yu Kosuge. Seit zwei Wochen touren die beiden Ausnahmemusikerinnen mit ihrem Programm durch deutsche Konzertsäle. Jeden Abend in einer anderen Stadt, doch von Erschöpfung und Müdigkeit keine Spur. Im Gegenteil. Zupackend, deutlich und in vielen Phasen aus einem bemerkenswerten Guss, so interpretierten die Violinistin Tamaki Kawakubo und Yu Kosuge am Klavier die ganz unterschiedlichen Werke von Strawinsky, Beethoven, Chopin und Grieg.

Der Abend begann schillernd mit Igor Strawinskys „Suite italienne“, die sowohl von ihrem musikalischen „Rohmaterial“ her als auch von der Verarbeitung durch den 1882 geborenen russischen Komponisten in jeder Beziehung vielschichtig ist. Vor allen Dingen bei der „Tarantella“ arbeiteten Tamaki Kawakubo und Yu Kosuge Strawinkys rhythmische Finessen besonders akzentuiert heraus. Der Sprung zu Beethovens Kreutzer-Sonate in A-Dur nahm das Thema Gegensätzlichkeit als wiederkehrendes Element der Programmfolge erneut auf.

Interpretatorisch ungemein sicher und immer auf einer Wellenlänge spielend, gelang den Solistinnen die hörbare Zerrissenheit besonders in den lauten Passagen oberhalb von „mezzoforte“ ausgesprochen gut. Violine und Flügel schienen sich fast zu duellieren.

Nach der Pause gab Yu Kosuge eine Kostprobe ihrer Spielfreude bei der Klaviermusik von Frédéric Chopin. Die gebürtige Japanerin spielte die Ballade Nr. 4 f-moll mit feinnerviger Anschlagdynamik, ungemein kontrollierter Expressivität und derart spannungsgeladen, dass sich Bravo-Rufe in den heftigen Beifall mischten. Beim letzten Stück des Abends, Edvard Griegs romantischer Sonate für Violine und Klavier in c-Moll. op. 45 Nr.3, konnten beide Musikerinnen noch einmal ihren musikalisch-interpretatorischen Gleichschritt und ihre Virtuosität unter Beweis stellen. Romantisch zarte Töne entlockte Yu Kosuge dem Flügel, während Tamaki Kawakubo unhörbar die Lagen wechselte und noch einmal ihre virtuose Zupftechniken zum Besten gab.

Die Begeisterung des Publikums war grenzenlos. Mit zwei Zugaben bedankten sich die Musikerinnen für den tosenden Applaus. „Wir werden jetzt noch einen Satz von Mozart für Sie spielen“, richtete sich Tamaki Kawakubo an die Besucher, „der war ja fälschlicherweise auf dem Programm angekündigt“, entschuldigte sich die Violinistin. Das begeisterte Publikum sah es ihr gerne nach und genoss Mozart und als zweite Zugabe Vittorio Montis Csárdás bis zum letzten Ton.

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