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Grossenaspe : Anwohner wehren sich gegen Asyl-Wohnungen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Großenasper, die an der Bimöhler Straße wohnen, wollen keinen Neubau für Asylbewerber in ihrer Nachbarschaft.

shz.de von
erstellt am 08.Dez.2015 | 18:12 Uhr

Grossenaspe | Noch ist nichts entschieden. Doch die Anwohner der Bimöhler Straße, die hinter dem Ortsausgang von Großenaspe wohnen, fürchten den Bau von Wohnungen für Asylbewerber in ihrer direkten Nachbarschaft. Das wurde auf der Sitzung der Gemeindevertreter am Montag deutlich, zu der sieben Betroffene gekommen waren.

„Von allen Seiten hören wir, dass bei uns gebaut werden soll. Und die Bauarbeiter, die an der K 111 arbeiten, haben uns berichtet, dass die Wasserleitung bis auf die infrage kommende Koppel verlängert wird. Für mich sieht es so aus, als wäre alles schon entschieden, damit jemand aus der aktuellen Situation seinen Vorteil ziehen kann“, erklärte Anne Stracke als Sprecherin der siebenköpfigen Anwohnergruppe insbesondere in Richtung des Gemeindevertreters Bernd Konrad (CDU), dem die besagte Koppel gehört. „Doch für uns wäre das eine schlichte Zumutung. Wir machen uns große Sorgen um unsere Sicherheit und lehnen diese Pläne ab. Dies wollen wir hier jetzt schon deutlich machen, damit es hinterher nicht heißt, wir hätten uns früher melden müssen“, so Stracke weiter.

Bernd Konrad, der als Vorsitzender des Maßnahmenausschusses die Bauarbeiten an der K 111 begleitet, erklärte, dass eine Verlängerung der Regenabwasserleitung grundsätzlich möglich sei. Zur Behauptung der Anlieger, dass bereits Schächte gesetzt worden seien, sagte er, dass dies nicht sein könne, da es dazu noch keine Entscheidung gebe.
Auch Bürgermeister Torsten Klinger (CDU) bestätigte lediglich, dass die Gemeinde an einem Konzept zum Bau von weiterem Wohnraum arbeite. „Wir prüfen zurzeit verschiedene Standorte. Aber wir befinden uns noch ganz am Anfang der Diskussion. Sicher ist aber, dass sich alle möglichen Flächen als problematisch erweisen werden“, erklärte er. Dennoch müsse man zeitnah reagieren, weil der Raum Mitte nächsten Jahres zur Verfügung stehen müsse. „Der vorhandene Wohnraum ist mit zurzeit 60 untergebrachten Asylbewerbern nahezu erschöpft. Und im kommenden Jahr werden wir mindestens 70 weitere Personen aufnehmen müssen“, sagte er. Er halte die Aufnahme von Flüchtlingen nach wie vor für eine humanitäre Aufgabe, der sich die Gemeinde mit all ihren Herausforderungen stellen müsse.

Nach der Sitzung fand Anne Stracke nochmals deutliche Worte zum Schweigen der Gemeindevertreter. „Wir werden hier doch über den Tisch gezogen. Sonst müsste man aus dieser Sache doch nicht so ein Geheimnis machen“, war sie sich sicher.

Bernd Konrad erklärte gestern auf Anfrage, dass drei innerörtliche Standorte geprüft würden. Dazu gehöre auch seine Koppel an der Bimöhler Straße. Ebenfalls bestätigt wurde von ihm, dass er diese als Investor bebauen würde, wenn sich die Gemeindevertretung dafür entscheiden sollte. Die beiden weiteren Flächen wollte er nicht benennen. „In der Sitzung ist das gesamte Thema vertagt worden, weil keine Einigung über die Prioritäten der Standorte erzielt werden konnte“, sagte er.  


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