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Dithmarscher Strasse in Neumünster : Anwohner beklagen haltlose Zustände

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Schimmelbefall, kaputte Lampen und Löcher im Gehweg: Die Mieter aus der Dithmarscher Straße in Neumünster wollen gemeinsam gegen die Immobilienverwaltung Altro Mondo vorgehen.

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erstellt am 14.01.2014 | 06:51 Uhr

Neumünster | Die Mieter an der Dithmarscher Straße kommen nicht zur Ruhe. Immer noch kämpfen zahlreiche Anwohner des Areals rund um das ehemalige Altenheim Haus Stormarn darum, dass zum Teil gefährliche Schäden in der Wohnanlage beseitigt werden. Und die Mängelliste der zumeist älteren und gebrechlichen Bewohner wird immer länger. Nach Beschwerden aus den Häusern Neumünster und Lauenburg (der Courier berichtete) melden sich jetzt mehrere Anwohner des Hauses Dithmarschen zu Wort.

„Bei uns im Haus fehlen mittlerweile 17 Lampen. In vielen Fluren funktionieren die Bewegungsmelder nicht. Es gibt aber keine Schalter, um das Licht per Hand anzuknipsen“, erzählen Käte Dehnst (74) und ihr Mann Horst (77). Eine betagte Nachbarin sei schon mehrfach im Dunkeln gefallen, berichtet das Ehepaar. Außerdem ist seit Wochen eine Außenlampe kaputt. Auch eine Reinmachefrau für die langen Flure gibt es nach Auskunft der Mieter seit Monaten nicht mehr. Deshalb greifen die Anwohner in ihrer Verzweiflung mittlerweile selbst zu Feudel und Schrubber – so auch Ursel Thun (83).

Doch noch viel schlimmer ist für die betagte Dame der massive Schimmelbefall in ihrem Schlafzimmer, der auch nach einer Renovierung wieder durchkam. Riesige schwarze Flecken sind erneut an der Tapete aufgetaucht. Es stinkt nach Feuchtigkeit und Schimmel. Ursel Thun schläft mittlerweile im Wohnzimmer. Seit Monaten.

Auch der Gang zur Mülltonne kann für manchen Bewohner zur Angstpartie werden, denn nach dem Sturm „Christian“ Ende Oktober fielen an einem Fußweg Bäume um. Die sind zwar gefällt, doch zurück blieben Löcher im Weg – „die reinste Stolperfalle“, schimpfen die Anwohner.

Anrufe bei der zuständige Immobilienverwaltung Altro Mondo aus Ronnenberg bei Hannover haben nach Auskunft der Anwohner bisher ebenso wenig genützt wie Schriftverkehr. Deshalb haben sich mehrere Mieter des Hauses Dithmarschen zusammengetan und den Seniorenbeirat der Stadt und den Stadtteilbeirat Brachenfeld-Ruthenberg eingeschaltet. „Wir wollen möglichst schnell eine Sitzung zu den Problemen machen“, erklärte Uwe Holtz, der Vorsitzende des Stadtteilbeirats, gestern auf einem Treffen vor Ort.

Das Ehepaar Dehnst hat sich mittlerweile einen Anwalt genommen. „Immerhin zahlen wir Nebenkosten. Dafür wollen wir auch die Leistungen“, so das Ehepaar. Auf Anraten seines Anwalts Dr. Jasper Lehmann hat es die Miete gemindert. „Ich habe zuerst die Altro Mondo angeschrieben, und die streitet alles ab. Erst wenn sich in dem Haus etwas ändert, gibt es wieder 100 Prozent Miete“, erklärt der Jurist. Auf die Mietminderung hat die Immobilienverwaltung vor wenigen Tagen reagiert. Sie droht mit fristloser Kündigung.

Anika Bogon von Altro Mondo bestätigte auf Nachfrage, dass „einige Beschwerdefälle aufgelaufen“ seien. Man werde sie so schnell wie möglich abarbeiten. Zurzeit suche man eine Reinigungskraft und wolle die Hausmeisterstunden aufstocken.

Historie Dithmarscher Straße: Der Wohnkomplex an der Dithmarscher Straße besteht aus fünf Gebäuden. Im Zentrum befindet sich das Haus Stormarn. Das ehemalige Altenheim steht seit Herbst 2009 leer. In der Nachbarschaft befinden sich die Häuser Neumünster, Lauenburg, Dithmarschen und Oldenburg. Hier leben viele ältere Menschen, da dort zum Teil betreutes Wohnen geplant war. Das Hilfsangebot zerschlug sich jedoch mit der Aufgabe des Altenheims. 2007 erwarb die Kölner Vivacon AG das Paket von der Wobau. Mittlerweile hat sie es veräußert. Der neue Besitzer ist bisher nicht öffentlich aufgetreten. Seit Sommer 2013 hat er die Immobilienverwaltung Altro Mondo aus Niedersachsen beauftragt.

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