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Ordnungsdienst : Ansprechpartner für den Bürger

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Kommunaler Ordnungsdienst zieht nach elf Monaten eine erste positive Bilanz. Einsatzschwerpunkt ist vorerst noch die Innenstadt

Neumünster | Andreas Bolln und Heiko Büttner vom Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) waren gestern kaum ein paar Meter auf Streife unterwegs, da wurden sie auch schon angesprochen. Uwe Weller machte auf einen Gefahrenpunkt am provisorischen Radweg beim Weihnachtsmarkt aufmerksam. Eine Abdeckkappe der dort zurzeit abgebauten Fahrradständer ragte empor. Mit wenigen Handgriffen hatten die beiden Ordnungshüter die Stolperfalle entfernt und gaben sie dann auf dem kurzen Dienstweg an das Technische Betriebszentrum weiter – ganz normaler Alltag für die vier Männer vom Ordnungsdienst.

„In erster Instanz wollen wir Ansprechpartner für die Bürger sein“, sagte Max Janßen, der Arbeitsgruppenleiter für den Kommunalen Ordnungs- und Verkehrsdienst, bei der Vorstellung einer ersten Zwischenbilanz im Stadtteilbeirat Tungendorf. Mit seiner breiten Aufgabenstellung ist Neumünsters Ordnungsdienst – so Janßen – bislang „einmalig in Schleswig-Holstein“.

Er kümmert sich, wie im geschilderten Beispiel, um Gefahrenstellen, greift bei Vermüllung oder nicht erlaubten Werbeaufstellern ein und kontrolliert den Park- und fließenden Verkehr. Fahrzeuge ohne Zulassung gehören ebenso in sein Ressort wie die Überwachung des Radfahrverbots in Fußgängerzonen oder die Leinenpflicht für Hunde. „Er ist die Stelle, die Ordnungswidrigkeiten aller Art feststellt und bearbeitet“, so Janßen.

Fußstreifen wie gestern sollen das Sicherheitsempfinden stärken. Die Männer vom Ordnungsdienst tragen bewusst blaue Uniformen wie die Polizei, mit der sie eng zusammenarbeiten. Und sie haben als Vollzugs- und „Hilfsbeamte der Polizei“ auch fast deren Befugnisse. Einziger Unterschied: Der Kommunale Ordnungsdienst führt keine Schusswaffen mit sich. Bei besonderen Gefahrenlagen und zum Selbstschutz tragen die Ordnungshüter Stichschutzwesten und führen Pfefferspray und einen Einsatzstock mit sich. „Das ist an strenge Auflagen geknüpft, und es ist noch keines dieser Dinge zum Einsatz gekommen“, sagte Max Janßen.

Alle Ordnungshüter haben eine abgeschlossene Ausbildung und Berufserfahrung als Feldjäger oder sind geschulte Sicherheitskräfte. Bei der Zusatzausbildung für den KOD wurde vor allem Wert gelegt auf kommunikative und interkulturelle Kompetenz, um deeskalierend wirken zu können. Bislang konzentrierte sich der Kommunale Ordnungsdienst auf Einsätze in der Innenstadt. Die Ordnungshüter waren aber auch schon in den Stadtteilen aktiv. Die Bilanz (siehe Info-Kasten) kann sich sehen lassen. Einziges Problem: Das Projekt KOD ist zunächst auf drei Jahre befristet und muss sich selbst refinanzieren. Janßen hofft hier auf eine Änderung: „Service und öffentliche Sicherheit sind nie kostendeckend.“

Ordnungsdienst Einsatzzahlen

Unerlaubte Müllentsorgung: 180 Fälle.

 Fahrradkontrollen: 200.

 Kontrollen Parkverkehr: 3920.

 Kontrollen fließender Verkehr: 5560.

 Hundekontrollen: 80.

 Schrottfahrzeuge: 140.

 Abschleppen von Fahrzeugen: 100.

 Großkontrollen mit der Polizei: 10.

 Zusammenarbeit mit anderen Dienststellen: 10.

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erstellt am 17.Dez.2016 | 06:30 Uhr

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