Bauvorhaben : Anscharstraße: Künstler haben Interesse

Noch im Dornröschenschlaf ist das Gebäude einer ehemaligen Textilfabrik an der Anscharstraße 8-10. Die Fenster sind verrammelt, auf dem Grundstück wuchert das Unkraut. Das Untergeschoss ist für die AJZ vorgesehen, oben sollen Gewerberäume entstehen.
Noch im Dornröschenschlaf ist das Gebäude einer ehemaligen Textilfabrik an der Anscharstraße 8-10. Die Fenster sind verrammelt, auf dem Grundstück wuchert das Unkraut. Das Untergeschoss ist für die AJZ vorgesehen, oben sollen Gewerberäume entstehen.

Zwölf Unternehmen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft können sich vorstellen, in die ehemalige Textilfabrik an der Anscharstraße 8-10 zu ziehen

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29. Juli 2015, 07:30 Uhr

Neumünster | Die Sanierung der ehemaligen Textilfabrik an der Anscharstraße 8-10 kommt langsam in Gang. In das Gebäude soll nicht nur die Aktion Jugendzentrum (AJZ) umziehen. Die Stadt möchte hier im Obergeschoss auch Akteure aus der Kultur- und Kreativwirtschaft ansiedeln. Zwölf Unternehmen bekundeten jetzt ihr Interesse an entsprechenden Gewerbeflächen.

Das bestätigte jetzt Neumünsters oberste Stadtplanerin Ute Spieler auf Courier-Nachfrage. Die Stadt hatte in einem sogenannten Interessenbekundungsverfahren Unternehmen, Selbstständige und Vereine aus den Bereichen Musik, Buch, Kunst, Film, Design oder Architektur dazu aufgerufen, ihre Vorstellungen hinsichtlich Größe, Ausstattung und Miethöhen zu nennen. Diese Angaben sollen in die weitere Planung mit einfließen. Die Abgabefrist für das Interessenbekundungsverfahren endete am Montag. „Das heißt aber nicht, dass jetzt alles schon ausgebucht wäre“, sagte Ute Spieler. Interessenten könnten sich immer noch melden.

Die Anfragen werden jetzt erst einmal im Fachdienst gesichtet und ausgewertet. Eines zeichnet sich aber jetzt schon ab. „Es werden keine hohen Standards, eher niedrige Miethöhen erwartet. Wir werden da kein Gebäude mit Bürostandard schaffen“, sagte Ute Spieler. Die Stadtplaner hatten im Vorfeld ähnliche Einrichtungen wie das Atelierhaus im Anscharpark in Kiel besucht. Die Nettokaltmiete betrage dort 4 Euro je Quadratmeter bei Atelierräumen und 7 Euro für Büroflächen. In Neumünster sollen sie aber tendenziell darunter liegen.
Ziel ist es, möglichst günstige Mieten anzubieten und die finanziellen Möglichkeiten der Nutzer zu berücksichtigen. Die Konzepte müssten auch auf die Einhaltung der politisch vorgegebenen Rahmenbedingungen überprüft werden. Kriterien sind etwa die Größe
der Mietflächen und des Unternehmens, die Zahl der Arbeitsplätze,
die Vernetzung im Stadtteil und ob
es sich um Existenzgründer handelt.
 Das Gebäude ist eines der letzten Zeugnisse aus der Tuchmacherzeit in der Innenstadt und im Treuhandvermögen der Stadt. „Das heißt, dass die Stadt es mit Städtebaufördermitteln erworben hat“, erläuterte Planerin Sabine Schilf. Genau auf diese Städtebaufördermittel aus dem Programm „Soziale Stadt“ setzt man jetzt auch bei der Instandsetzung und Modernisierung der Immobilie.

Der weitere Zeitplan sieht für August/September die Auswertung des Interessenbekundungsverfahren parallel zur Entwurfsplanung vor. „Wir hoffen, dass wir 2017 dann die Maßnahme abgeschlossen haben und das Gebäude bezugsfertig ist“, so Sabine Schilf.

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