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Kirche : Anschar und Vicelin machen gemeinsame Sache

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Passionsandachten stimmen auf Ostern ein / Kirchen wechseln dafür die Pastoren

von
erstellt am 06.Feb.2015 | 11:00 Uhr

Neumünster | „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“, singen sie in den Hochburgen des Karnevals. Für die Christen beginnt dann die Passions- oder auch Fastenzeit, die auf Ostern hinführt. Mit sechs gemeinsamen Passionsandachten jeweils am Mittwoch vom 18. Februar bis 25. März wollen  die beiden evangelischen Innenstadtkirchen Anschar und Vicelin auf das Fest einstimmen.

Das Besondere und Neue daran ist die gemeinsame, aber wechselseitige Gestaltung: Das Kollegium von Anschar hält die Andacht in der Vicelinkirche, umgekehrt werden die Vicelin-Pastoren in der Anscharkirche predigen. „Das Osterfest ist theologisch noch wichtiger als Weihnachten“, sagt Vicelin-Pastor Gerson Seiß. Das betont auch Angelika Doege-Baden-Rühlmann von Anschar: „Alles ist auf Weihnachten fokussiert. Ostern als christliches Hauptfest ist eigentlich  recht arm an Ritualen.“ Es würden heute keine Ostermärkte, sondern Frühjahrsmärkte gefeiert. „Christi Auferstehung und Ostern sind schon  fremd“, sagt die Pastorin.

Mit besonderen Gottesdiensten und einer eher lockeren Lithurgie wollen die Pastoren der beiden Kirchen das ändern. Die Andachten beginnen jeweils um 18 Uhr  und dauern  etwa eine halbe Stunde. Den Auftakt am Aschermittwoch, 18. Februar,  macht Pastor Gerson Seiß in der Anscharkirche, am 25. Februar ist Pastor Stefan Bemmé in der Vicelinkirche an der Reihe. Die weitere Folge lautet: 4. März Anscharkirche mit Pastorin Simone Bremer; 11. März Vicelinkirche mit Pastorin Angelika Doege-Baden-Rühlmann; 18. März Anscharkirche mit Pastorin Alice Lorber; 25. März Vicelinkirche mit Simone Bremer.

„Es gab einmal das Gefühl der Konkurrenz beider evangelischen Innenstadtkirchen“, sagt Stefan Bemmé. Das sei einem Miteinander gewichen.

Die Menschen seien heute ansprechbar auf das Thema Pilgern. Mit seinem Buch „Ich bin dann mal weg“ habe Hape Kerkeling einen Nerv getroffen. „Das soll auch eine Passionsandacht erreichen – als inneres Pilgern über Stationen“, sagt Bemmé und wirbt für eine Kultur der Entschleunigung: „Ich darf mir Zeit nehmen für Ostern.“

Stichwort:

Die Passionszeit ist in der evangelischen Kirche ein Synonym für die Fastenzeit und  bezeichnet den Zeitraum von 40 Tagen zwischen Aschermittwoch und Ostern. In diesen 40 Tagen des Fastens und Betens wird an das Leiden Jesu Christi gedacht.

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