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Boostedt : Anne Klepper: „Ich hatte den schönsten Arbeitsplatz der Welt“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Leiterin des evangelischen Kindergartens geht nach 42 Jahren in den Ruhestand.

Boostedt | Sie gehört zum Boostedter Kindergarten wie die Schaukel auf den Spielplatz. Und trotzdem hörte sie gestern auf: Anne Klepper (65) geht nach 42 Jahren als Leiterin des evangelischen Kindergartens in den Ruhestand. „Ich bin ein Dinosaurier im Kita-Betrieb“, sagt die energische Frau über die lange Zeit an ihrem zweiten Arbeitsplatz. Zuvor hatte sie ein Jahr an einem heilpädagogischen Kinderheim in Bad Segeberg gearbeitet. Am 1. Oktober 1973 hat sie im Kindergarten an der Dorfstraße als Leiterin angefangen, morgen wird die Pädagogin feierlich im Rahmen eines Gottesdienstes entlassen. Dann übergibt sie das Ruder an das Leitungstrio Silke Woelky (59), Nadja Christophersen (30) und Hartmut David (59).

„Den ein oder anderen Erfahrungsschatz werden wir uns erarbeiten müssen“, meint Hartmut David, der die Chefin seit drei Jahren begleitet.

„Meine Arbeit war eine dankbare Tätigkeit, mehr als nur Geldverdienen“, meint Anne Klepper rückblickend und wirkt dabei nicht wehmütig. „Ich arbeite bis zum letzten Tag, was im Anschluss passiert, werde ich dann sehen. Aber sicher werde ich mir eine Jahreskarte für die Holstentherme besorgen“, erzählt die Kaltenkirchenerin. Dort lebt die zweifache Mutter in ihrem Haus mit Garten und darf stolz auf drei Enkel blicken.

Geboren ist Anne Klepper in Kellinghusen und ist in der robusten Idylle eines Bauernhofs aufgewachsen. Diese unmittelbare Naturerfahrung wollte sie auch „ihren Kindern“ an der Dorfstraße weitergeben: „Eine ganzheitliche Förderung war mir wichtig, ich wollte den Kindern viele verschiedene Gerüche, Natur und ganz viel Freiheit schaffen.“ Das scheint heute wichtiger denn je, die Pädagogin kann rückblickend feststellen: „Die Kinder mit Handicaps wie etwa Sprachauffälligkeiten, sind heutzutage viel öfter anzutreffen als damals. Es gibt auch immer mehr Trennungskinder, da muss man sich nicht wundern, wenn stressbedingt die Leistungsfähigkeit abnimmt.“ Aber Anne Klepper hat auch festgestellt, dass sich das Wesen der Kinder nicht verändert hat: „Durch Pfützen stiefeln die Kleinen damals wie heute gerne und überraschenderweise formen die Kinder über Generationen hinweg immer wieder Rosetten aus den Blättern des Gingko-Baums.“ Den Baum sieht die angehende Rentnerin, wenn sie von ihrem Bürostuhl aus durch die niedrigen, auf Kinderaugenhöhe eingesetzten Fenster sieht. Sie sagt: „Ich hatte den schönsten Arbeitsplatz der Welt.“ 

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