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Bordesholm : „Anna von B.“: Aufführung begeisterte das Publikum

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

250 Besucher sahen am Sonnabend die Premiere in der Lindenschule in Bordesholm.

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2014 | 15:00 Uhr

Bordesholm | „Ich werde das Bronzegrabmal des Herzogpaares hier in der Klosterkirche nun mit ganz anderen Augen sehen“, gestand Hermine Cordts aus Neumünster-Einfeld am Sonnabend nach der Erstaufführung des Schauspiels „Anna von B.“. „Und die Eintrittskarte habe ich extra nicht einreißen lassen. Sie wird mir als ein Lesezeichen dienen, das mich an diesen Abend immer erinnert“, fügte die 89-Jährige restlos begeistert hinzu. Ähnlich ging es den meisten der rund 250 Besuchern an diesem Abend in der Lindenschule.

Die Mehrheit des Publikums schwärmte von dem Schauspiel, in dem es um die brandenburgische Herzogin geht, die zu den bedeutendsten Persönlichkeiten zählt und in der Bordesholmer Stiftskirche begraben liegt. 21 Darsteller unter Regie der bekannten Schauspielerin Birgit Bockmann machten die Vergangenheit über fast zwei Stunden wieder lebendig (der Courier berichtete).

Mit dem nötigen Fingerspitzengefühl leitete die Regisseurin alle Laienschauspieler an, die in die unterschiedlichen Rollen geschlüpft waren. Alle Akteure waren mit viel Spaß dabei. Das Publikum sparte nicht mit anerkennendem Beifall und Szenenapplaus. An die Hand genommen wurden die Zeitreisenden von Jürgen Goldkamp in der Rolle des Wanderpredigers Bonifaz.

In diesem Jahr erinnerte der Kultur- und Verschönerungsverein Bordesholmer Land (KVBL) in Zusammenarbeit mit der Klosterkirchengemeinde an den 500. Todestag der Herzogin mit einer Vielzahl von Veranstaltungen, an deren Ende die gelungene Neuauflage des beeindruckenden Schauspiels am Sonnabend und Sonntag stand. Bereits vor sechs Jahren war das Schauspiel schon einmal mit großem Erfolg aufgeführt worden.

Gerade mal 15 Jahre alt war Anna, als sie einst mit Herzog Friedrich von Schleswig-Holstein-Gottorf (gespielt von Axel Westphal), der später als Friedrich I. König von Dänemark wurde, verheiratet wurde. Sie residierte bis zu ihrem frühen Tode im Alter von 27 Jahren auf Schloss Gottorf in Schleswig. Anna gebar zwei Kinder auf Gottorf: 1503 den späteren dänischen König Christian III. und 1504 die Tochter Dorothea.

Die kurz aufeinander folgenden Schwangerschaften schwächten Anna so sehr, dass sie sich nicht mehr richtig erholen konnte. Anna taucht zwar kaum in den Geschichtsbüchern auf, aber dem Schriftwechsel mit ihrem Mann und Verwandten kann dennoch eine enge Verbundenheit zu Land und Leuten entnommen werden.

Ein beeindruckendes Bronzefreigrab in der Klosterkirche erinnert an die Herzogin und ihren Ehemann, der jedoch im Schleswiger Dom seine letzte Ruhestätte fand. Auf der Bühne wurde Anna im kindlichen Alter von acht Jahren von Marlene Wehling gespielt. Anja Bockmann schlüpfte anschließend in die Hauptrolle.

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