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Kandidatenkür : Anna-Katharina Schättiger soll neue Stadtpräsidentin werden

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

CDU präsentiert die Nachfolgerin für Friedrich Wilhelm Strohdiek.

von
erstellt am 27.Feb.2015 | 08:00 Uhr

Neumünster | Das ging fix: Nur einen Tag nach dem Trauerakt für den verstorbenen Stadtpräsidenten Friedrich-Wilhelm Strohdiek stellte die CDU gestern die Nachfolgekandidatin für das höchste politische Amt der Stadt vor: Anna-Katharina Schättiger (63) soll in der Ratsversammlung am 31. März zum neuen Stadtoberhaupt gewählt werden.

Darauf hat sich die CDU-Fraktion bereits am vorvergangenen Montag verständigt, nur vier Tage nach Strohdieks Tod. „Wir wollten bewusst eine schnelle Entscheidung, um Spekulationen oder parteiinternes Gerangel erst gar nicht aufkommen zu lassen“, begründete Fraktionschef Gerd Kühl gestern die frühe Entscheidung.

Als stärkste Fraktion hat die CDU das Vorschlagsrecht bei der Wahl des Stadtoberhaupts. Guter politischer Brauch ist, dass die anderen Fraktionen die Wahl mittragen und keine Gegenkandidaten vorschlagen. FDP, Grüne und BFB/Piraten haben Kühl zufolge bereits signalisiert, dass sie sich daran halten werden.

Anna Katharina Schättiger gehört der Ratsversammlung erst seit 2013 an. Sie habe sich aber „durch ihre Art und Kompetenz“ den Rückhalt der gesamten Fraktion erworben, was sich auch bei der Nachfolge-Suche für das Amt des Stadtpräsidenten niedergeschlagen habe, sagte Kühl. Sie sei mit großer Mehrheit gewählt worden.

Die Kandidatin selbst gab sich gestern selbstbewusst: „Ich traue mir den Job zu“, sagte sie, auch wenn sie um die großen Fußstapfen ihres Vorgängers wisse. Ähnlich wie Strohdiek wolle sie als Botschafter der Stadt auftreten, dabei aber ihre Stellvertreter verstärkt einbinden, kündigte die Kandidatin an: „Ich bin Teamplayer.“

Die gebürtige Stockelsdorferin engagierte sich bereits als 15-Jährige in der Jungen Union in Lübeck – aus Opposition zu den 68-ern und weil sie „die unmenschliche Zonengrenze stets vor Augen hatte“, wie sie sagt. Anna-Katharina Schättiger hatte nach dem Abitur 1971 als Sekretärin bei einem japanischen Elektronikkonzern begonnen, arbeitete nach der Familienpause unter anderem als Vertriebsleiterin einer Firma für Praxisschilder in Bargteheide und machte sich 2003 als Vermögensberaterin selbstständig.

Anna-Katharina Schättiger ist in zweiter Ehe verheiratet, hat zwei eigene Kinder, vier Kinder großgezogen und inzwischen fünf Enkel. Seit 2005 wohnt sie in Neumünster. Weil sie der schlechte Ruf der Stadt ärgerte, engagierte sie sich erneut in der Politik. Unter anderem vertrat sie die CDU im Stadtteilbeirat Böcklersiedlung-Bugenhagen und von 2008 bis heute im Finanzausschuss. Seit 2013 gehört sie dem Rat an.

Als Geschäftsführerin der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald macht sie sich darüber hinaus für den Naturschutz stark.

KOMMENTAR

von Jens Bluhm

Die Fußstapfen des Vorgängers sind groß. Aber  Anna-Katharina Schättiger hat keine Angst vor der neuen Aufgabe. Gut so. Braucht sie auch nicht. Denn bislang  hat noch jeder  Amtsvorgänger seinen ganz eigenen Stil als Stadtoberhaupt Neumünsters gefunden. Dass sie nicht zu den bekanntesten  Namen der Neumünsteraner Politszene gehört, wie ihr manche  Skeptiker derzeit noch vorhalten, ist wahr, muss aber kein Nachteil sein. Auch  Friedrich-Wilhelm Strohdiek   trat einst  aus der zweiten Reihe  sein Amt an. 

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